Mustergrand

Fragen zur ISkO

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Beitragvon mr.kite » 15. Jan 2026 21:00

Ein Fall, der sich gestern am Vereinsabend beinahe genauso ereignet hat:
VH (18): krbu pibu kras kr10 kr08 pias pi10 pi07 he08 he07
VH war bei 18 Alleinspieler geworden. Er nimmt den Skat auf, drückt, und deckt obige Karten auf. Er sagt dazu "Grand mit 2 gewonnen"
HH ist nicht einverstanden und möchte spielen.
1. krbu ka07 kabu
2. pibu ka08 hebu Der Kartengeber schnauzt nun HH an, was der den treibe. Daraufhin wirft HH die Karten weg.
Wie gehts weiter?
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Re: Mustergrand

Beitragvon Primrose » 16. Jan 2026 11:31

Sind die beiden Karobuben Absicht?
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Re: Mustergrand

Beitragvon mr.kite » 16. Jan 2026 14:41

Nein. Habe den zweiten ersetzt. Danke :-)
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Re: Mustergrand

Beitragvon Mathias » 17. Jan 2026 03:08

Wie solls wohl weiter gehen? Dat Ding ist doch gewonnen, von vornherein.

Der AS hat acht Punkte, kriegt noch vier Stiche mit 42 eigenen [50] + noch acht Karten, + zwei im Stock.

Was immer gedrückt ist, wir haben sechs Luschen vor der Nase, es gibt weitere sechs, bleiben Bilder. Vier Bilder kriegt der AS so oder so, das sind mindestens 12 Punkte: Gewonnen.

Mit dem Hinwerfen der Karten hat HH aufgegeben, aber das ist Jacke wie Hose.

Ich sehe nicht, was das "Regelwerk" damit zu tun hat, weil sich niemand etwas zu Schulden hat kommen lassen.
Zuletzt geändert von Mathias am 17. Jan 2026 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mustergrand

Beitragvon Primrose » 17. Jan 2026 18:20

Ob sich Schneider oder Schwarz ergeben kann, aber aus meiner Sicht nicht.
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Re: Mustergrand

Beitragvon Skatfuchs » 18. Jan 2026 13:09

Hallo,

wie bereits gesagt, ist der Grand theoretisch, d.h. unverlierbar, was eigentlich ein fortgeschrittener Skatspieler erkennen muss.
Das Hinwerfen der Karten von HH beendet das Spiel als vorzeitige Spielaugabe gemäß § 4.4.6: Offenes Hinwerfen der Karten beendet das Spiel für die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Stichen und Augen.
Nun ist aber die Frage, wie das Spiel zu bewerten ist, denn die GS haben ja noch keine Augen eingebracht und sind schwarz.
Dazu steht im o.g. Paragrafen: Gewinnstufen werden nur dann berechnet, wenn sie theoretisch nicht ausgeschlossen sind.
Schwarz würde ich bei der Abgabe von 4 Stichen theoretisch ausschließen; aber Schneider wäre möglich: also Schneider gewertet!
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Re: Mustergrand

Beitragvon Primrose » 19. Jan 2026 12:00

Aber der AS hat ja bereits eine abkürzende Erklärung abgegeben, auf die der GS sich nun beruft! Wenn auch verspätet!
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Re: Mustergrand

Beitragvon mr.kite » 19. Jan 2026 13:54

Jetzt sind wir im Thema. Was passiert, wenn das Spiel weiter geht:

4.4.4 Durch das Auflegen oder Zeigen seiner Karten (auch nur an einen Gegenspieler) kürzt der Alleinspieler das Spiel ab. Ist es noch nicht entschieden und stimmen alle Gegenspieler der Spielabkürzung zu,
hat der Alleinspieler sein angesagtes Spiel gewonnen. Eine höhere Gewinnstufe kann nur berechnet werden, wenn sie mit der Spielabkürzung eingefordert wird. Stimmt ein Gegenspieler nicht zu, ist das Spiel mit den offenen Karten des Alleinspielers fortzusetzen und seinem Ausgang entsprechend zu werten.

Bedeutet: Wenn die Gegenspieler der Abkürzung zustimmen, hat der Spieler einfach (ohne Schneider und Schwarz) gewonnen. Stimmen sie aber nicht zu, geht es weiter. Das bedeutet, dass der Alleinspieler noch verlieren kann. Aber er kann eben auch Schneider oder schwarz erreichen. Es gibt kein "verspätetes Annehmen".
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Re: Mustergrand

Beitragvon Primrose » 19. Jan 2026 17:31

Aber dann wäre er ja Schwarz, weil für Schneider/Schwarz nur die Buben betrachtet werden.
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Re: Mustergrand

Beitragvon fedor » 19. Jan 2026 18:24

Ich denke auch, dass hier "schwarz" berechnet werden muss, aber nicht wg. der Bubenverteilung, sondern wg. der bisher eingebrachten Stiche/Punkte der GP.

Die Einschränkung von wegen "nur wenn theoretisch nicht ausgeschlossen" gilt mMn nur, wenn die Abkürzung angenommen wurde. Da aber auf Weiterspiel entschieden wurde, greift jetzt eben "seinem Ausgang entsprechend gewertet."
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Re: Mustergrand

Beitragvon Skymaster » 19. Jan 2026 20:29

Deshalb spiel ich fast Nur Online da giebt es dieses Regel streitereien nicht :evil:
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Re: Mustergrand

Beitragvon Skatfuchs » 19. Jan 2026 20:44

Hallo,

nun es sind ja mehrere Prozesse hintereinander mit unterschiedlichen Konsequenzen:
1. Der AS bietet eine Spielabkürzung an, die die GS aber nicht annehmen und weiter spielen. Hätte sie diese akzeptiert, wäre der Grand einfach gewonnen.
2. Dann auf einmal wirft der eine GS in HH seine Karten weg, was einer Spielaufgabe gleich kommt. Damit ist wieder das Spiel beendet und die GS haben bisher 0 Augen erzielt, sind also schwarz.
3. Der AS muss nun nichts mehr tun; auch kein Weiterspiel, wobei seine Karten aber offen liegen bleiben.
4. Nun muss ein Schiri entscheiden, wie das Spiel zu werten ist. Nach Meiner Meinung kann er nicht auf schwarz entscheiden, da ja die beiden Herzluschen sichtbar sind und immer mindestens einen Stich machen. Schneider ist aber möglich, wenn Kreuz und Pik symmetrisch stehen bei den GS und der GS ohne die Herzvollen auch kein Volles mehr zum Wimmeln hat: also Schneider

Zu solchen Verwerfungen sollte es aber wie gesagt gar nicht erst kommen, wenn man die korrekte Spielabkürzung akzeptiert!
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Re: Mustergrand

Beitragvon mr.kite » 20. Jan 2026 15:52

Ich stimme Skatuchs doppelt nicht zu.
1. Ist es für Beurteilung, ob Schwarz möglich ist, völlig unerheblich, wie das in den Farben ist. Auch die bereits gespielten Stiche sind unerheblich, die theoretische Erreichbarkeit bemisst sich nur am Blatt zu Beginn des Spiels. Nur die Buben zählen.
2. Im konkreten Fall ist es ja sogarleicht möglich, dass die GS bei entsprechendem Kartenstand die (nicht im Skat liegenden) Herzen abwerfen und der AS Schwarz spielerisch erreicht. Das ist natürlich ein praxisferner Spielverlauf, aber ein theoretich möglicher.

Darum könnte der Alleinspieler hier schwarz fordern:
4.4.6 Offenes Hinwerfen der Karten beendet das Spiel für die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Stichen und Augen. Gewinnstufen werden nur dann berechnet, wenn sie theoretisch nicht ausgeschlossen sind.
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Re: Mustergrand

Beitragvon Skatfuchs » 20. Jan 2026 19:39

Hallo,

formal gesehen, hast du wohl Recht.
Mit verdeckten Karten hätte ich auch so entschieden. Da aber die beiden Herzluschen ja sichtbar sind und der AS nicht mit blinden Gegenspielern spielt, hätte ich nur auf Schneider entschieden.
Normalerweise sollte man im Club da gar nicht diskutieren und sich das Spiel einfach gewonnen anschreiben lassen.
Da gibt es wohl offensichtlich eine Lücke im Reglement. :ja:
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