Antilauf online

Skat im Internet spielen

Antilauf online

Beitragvon Mottenjohnny » 4. Jan 2026 18:27

Hi,

erst einmal ein ‚Hallo‘ in die Runde und bereits jetzt möchte ich mich für das Thema entschuldigen. Dass mein erster Beitrag etwas der Rumheulerei gleicht, tut mir leid. Ich möchte aber wirklich nur Erfahrungswerte abfragen.

Es soll in diesem Post mal wieder um die Kartenverteilung bei Euroskat gehen.

Ich spiele seit gut zwei Jahren auf der Seite und habe zu Beginn in drei Tranchen 150,- Euro eingezahlt und diese einschließlich der Abgaben (Rake beim Cent-Skat) auch zusammengehalten. Den Kartenlauf würde eher als mittelmäßig bis leicht unterdurchschnittlich betrachten. Gute Karten hat ich einmal vier Tage hintereinander, was mit 120,- Euro plus beim Centskat (1 Cent) zu Buche geschlagen hat.

Ich halte mich für einen mittelmäßigen Spieler (Schulnote 3- im Gegenspiel und 4+ im Alleinspiel) eher defensiver Natur. Die Quoten bei ES lagen bei etwa 30% Alleinspielen, aufgeteilt in knapp 60 Farbe, gut 35 Grand und knapp 5 Null. Die Siegqoute im Alleinspiel lag bei gut 85 und im Gegenspiel bei 18,5%. Ich spiele fast jeden Tag und komme auf Insgesamt 16-1800 Spiele im Monat, wobei ich ausschließlich Centskat spiele.

Nun habe ich seit zwei Monaten einen dermaßenen Antilauf, dass es kaum zu fassen ist, wobei wirklich alles zusammen kommt. Ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht und akzeptiere auch Phasen schlechterer Kartenzuteilungen, aber langsam nervt es wirklich und auch mein Stack schrumpft bedenklich.

Obwohl ich meines Erachtens angesichts der schwachen Blätter viel riskanter spiele, konnte ich die 30% Alleinspiel nicht halten. Ich stehe nun bei 29. Ich reize mittlerweile sogar auf Null, was ich vorher so gut wie gar nicht gemacht habe ( aktuell 6 Prozent), damit ich überhaupt mal spiele.

Ich schaue mir seit zwei Monaten ein Qualitätsspiel der Gegner nach dem anderen an. Man kann nichts machen, außer Karten dazulegen.

Bei eigenen Spielen mit der klassischen Verteilung (6 Trumpf, eine Farbe zu dritt und eine weitere Fehlkarte) sitzt es so oft Trumpf 4 zu 1 und die Dreierfarbe zu dritt dagegen. Ich müsste eigentlich noch mehr verlieren, habe aber noch Glück, dass die Gegenspieler Fehler machen. Generell sitzen die Alleinspiele so krumm.

Nun die eigentliche Frage: Ist ein solch langer Antilauf online normal? Habt Ihr auch schon mal so etwas erlebt? Ich spiele nämlich echt gerne und möchte nicht aufhören.

Eine Anmerkung zusätzlich: Ich schaue regelmäßig die Videos der beiden Testimonials von Euroskat auf YouTube und sehe dort nicht annähernd solch miserable Karten, wie ich sie gegenwärtig zugeteilt bekomme.

Viele Grüße und danke für Eure Rückmeldungen
John
Mottenjohnny
 
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Re: Antilauf online

Beitragvon mr.kite » 5. Jan 2026 00:18

Kurz geantwortet: Ja.

Ein paar Anmerkungen:
1. Du solltest Deine Selbsteinschätzung prüfen. Wessen Spielstärke 3- bis 4+ beträgt, kann kaum profitabel (oder auch nur +/-0) spielen. Entweder Du bist schon erheblich besser, oder Du hattest bisher erhebliches Glück.
2. 1600-1800 Spiele im Monat ist viel zu viel. Lass (mindestens) die Hälfte weg und beschäftige Dich mit Theorie und Deinen eigenen Spielen. Dann wirst Du besser.
3. 30 bis 50 Serien unterdurchschnittliche Karten kommt selten vor, aber ab und zu eben doch.
4. Dein eigentliches Problem scheint zu sein, dass Du aufgrund Deiner Karten Deinen Reizstil änderst. Gerade im Centskat ist das Verlustbringer Nummer eins. Im Turnierskat wäre das natürlich anders, da muss man anhand des Standes reizen.
5. Schlechtere Ergebnisse bzw "schlechte Stände" kommen häufiger an besseren Tischen zustande. Vielleicht spielst Du einfach mit besseren Gegnern (höhere Tarife?), und darum fallen ein paar Spiele mehr um.

Grüße, Kite
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Re: Antilauf online

Beitragvon Mottenjohnny » 5. Jan 2026 17:48

allo Kite,

vielen Dank für Deine kurze Antwort und die nachgängigen differenzierten Einlassungen.

Zu Nr. 1 und 5 Deiner Ausführungen: Meine Einschätzungen zur Spielstärke basieren auf selbstkritischer Beobachtung und den bei ES ausgewiesenen Statistiken. Ich merke in der Regel schon , wenn ich Fehler mache bzw. Glück habe, wenn der Sitz der Karten günstig ist oder die Gegner (grobe) Fehler machen. Aber insgesamt kann die Wahrnehmung natürlich trügen und sich selbst zu beurteilen, ist sicherlich nicht einfach. Dass ich aber über zwei Jahre hinweg erheblich Glück hatte beim Skat, kann ich nicht so richtig vorstellen..

Ich habe bisher zu 95% an Ein-Cent-Tischen (3 Spiele) agiert und das Niveau in diesem Segment ist ausweislich der Statistiken etwa so, dass vielleicht 10 Prozent (deutlich) besser spielen, 30% in etwa gleiche Werte haben und der Rest (deutlich) schwächer unterwegs ist.

Darüber hinaus ist es so, dass für mich der finanzielle Aspekt nicht unbedingt im Vordergrund steht. Ich war zufrieden, dass ich den Stack zusammenhalten und die etwa 15,- Euro Rake im Monat „erwirtschaften“ konnte.

Dass mir zuletzt bessere Spieler die Partien häufiger umdrehen, kann ich nicht feststellen. Aber die Anzahl der „verurteilten Spiele“ hat meines Erachtens erheblich zugenommen und/oder meine Fähigkeiten reichen nicht aus, mich da rauszuwinden. Die aktuellen Werte lauten übrigens 29% Alleinspiel, 84,8% gewonnen und 18,4% Gegenspiel.

Was ich bereits vermutet habe, nennst Du unter Nr. 2 - es sind definitiv zu viele Spiele, die irgendwann nur runtergefidelt werden, ohne tiefere Überlegungen anzustellen und entsprechende Erkenntnisse zu erlangen. Aber wie schnell ist eine Stunde mit 50 Spielen rum?!

Zum Thema „Theorie“: Ich finde es total gut, wenn Partien gerade hier im Forum seziert werden und ich versuche, das alles nachzuvollziehen. Mir käme aber mehr entgegen, über die Dinge zu sprechen. Einen Skatclub zu finden, der ein ausgewogenes Verhältnis von Spiel und Theorie pflegt, wäre schön. Ich muss mich diesbezüglich mal kundig machen.

Ich habe nach etwa 40 Jahren Pause vor 27 Monaten wieder angefangen zu spielen. Als Teenie hatte ich ein gutes Gefühl für Skat, mir aber null Gedanken gemacht. Heute bin ich bestrebt, den intuitiven Anteil des Spiels zugunsten knallharter Überlegungen zurückzudrängen. Aber das ist online angesichts der immensen Geschwindigkeit kaum möglich. Ich schaue mir zwar ab und zu den Verlauf einiger Partien an, aber richtig einsteigen tue ich nicht.

Zu Euroskat: Ich finde die Seite insgesamt schon gut. Die Administration funktioniert, die Software ebenso und dass das Ganze finanziell unterhalten werden muss, ist völlig ok. Manchmal könnte man dort etwas strenger sein, aber Skatspieler ohne Manieren sind eben auch Kunden ;-)

Ich glaube, dass es mein Lieblingsspieler auf YouTube wie folgt beziffert hat: Der Erfolg beim Skat beruht zu 40% auf Können, zu 40 % Kartenglück bzw. -stand und zu 20 % auf Fehlern der Gegenspieler. Und 40 Prozent sind dann doch viel…

Beim Verfassen dieses Textes merke ich wieder, wie schön Skat ist und wie gerne ich darüber rede. Mal sehen, ob ich irgendwann über meine eigene „Problematik“ hinaus etwas zu den hier diskutierten Themen beitragen kann.

Vielen Dank noch mal für Deine Antwort und viele Grüße
John
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Re: Antilauf online

Beitragvon Skatfuchs » 5. Jan 2026 18:36

Hallo John,

der Zufall hat kein Gedächtnis. Viele Spieler meinen, man müsste doch nun mal bessere Karten bekommen, wenn man zuvor schon mehrfach Müll hatte; dem ist aber nicht so.
Mir ist es auch schon passiert, das ich einen Monat im Klub (10 Serien a 48) nur Müll hatte und dies auch noch parallel beim Online-Spiel! :sauer: Und beide haben wohl nix miteinander zu tun.
Ich habe übrigens vor einiger Zeit die Kartenverteilung von "Euroskat" mal mathematisch untersucht, wobei ich 11,6 Mio Verteilungen analysiert habe. Diese stimmten sowohl mit der mathematischen Statistik, als auch mit der Praxis im Skatspiel ausgezeichnet überein in:
- der Farbverteilung
- der Bubenverteilung
- der Trumpfverteilung
Meine Expertise dazu kannst du dort noch finden.
Sicherlich hast du Recht, dass da ein Spiel in einem Klub noch mehr Spass macht.
Auf der Seite des DSKV kannst du dort deinen Wohnort eingeben und findest da auch die entsprechenden Klubs.
Ein Gut Blatt

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Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
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Re: Antilauf online

Beitragvon Skymaster » 5. Jan 2026 19:58

gestern hatte ich 2 serien
eine 4 gh , 3 noh gesamt 1750 punkte
zweite 2:0 245
ich seh das mitlerweile so hat man ein spiel bekommt man gute karten, spielt man nicht schrott

spielte noch eine 7:5 davon hab 4 selbst verloren :cry:
aber ich spielte und bekam karten wo man reizen konnte.

aber ich spiele zur zeit lieber auf skat- spielen . de
da wird gut gespielt und , man kann 0,,25 , 0,5 cent spielen was ich mir leisten kann
Zähl' Trumpf und Augen allemal, so hast du nie die "Qual der Wahl", ob Abzuwerfen oder Stechen, und must für's Spiel nicht auch noch blechen!
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Re: Antilauf online

Beitragvon Mottenjohnny » 5. Jan 2026 21:18

Hallo Fuchs,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Ich habe schon viel von Dir gelesen, ohne hier registriert gewesen zu sein. Ich finde Deine Auswertungen und die Ausführungen dazu immer sehr interessant.

Ich stelle die Kartenverteilung auf Euroskat keineswegs infrage, aber so lange einen Downswing zu „erleiden“, nervt halt und vergällt einem die Lust am Spiel.

Aber dank Eurer Einschätzungen hier werde ich wohl dran bleiben und warten, bis es wieder aufwärts geht.

Und danke für den Tipp. Auf der Seite des DSKV habe ich paar Clubs in meiner Nähe gefunden.

Ein Anekdötchen noch am Rande: Während dieses Negativlaufs habe ich meinen ersten Grandouvert bekommen, allerdings „nur“ einfach :-) Aber jetzt soll es auch gut sein mit der Jammerei!

Es grüßt Euch
John
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Re: Antilauf online

Beitragvon Mottenjohnny » 5. Jan 2026 21:24

Hi Sky,

vielleicht werde ich mich auch mal auf Skat-spielen.de anmelden.

Viele Grüße und danke
John
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