von mr.kite » 22. Dez 2025 12:27
Anfrage 3 zu 3.3.1 aus der Entscheidungssammlung (Seite 103 im pdf-Dokument):
Fettschrift von mir.
Der Kartengeber hat gerade sieben Karten an alle verteilt, da meldet Vorhand (mit den
drei besten Buben, Herz-Ass, Herz-10, Karo-Ass und Karo-10) einen Grand Hand an.
Die Gegenpartei verlangt sofortigen Spielverlust, da Vorhand ein Spiel mit sieben
Handkarten angesagt hat. Der Voreilige selbst meint, er könne höchstens vom Reizen
ausgeschlossen werden.
Antwort:
Der Kartengeber muss die Kartenverteilung beenden. Die Mitspieler müssen den
Reizvorgang aufnehmen und den Alleinspieler ermitteln.
Da noch kein Reizvorgang durchgeführt wurde, konnte auch noch kein Alleinspieler
ermittelt werden. Wenn noch kein Alleinspieler ermittelt wurde, kann auch noch keine
Spielansage erfolgen und man kann auch noch keinem Spieler ein Gewinn- oder
Verlustspiel aufschreiben. Nachdem der Kartengeber die restlichen Karten verteilt hat,
wird der Reizvorgang von Mittelhand eröffnet. Alleinspieler wird derjenige, der den
höchsten Reizwert bietet oder hält und nicht derjenige, der voreilig ein Spiel ansagt.
Mit der Spielansage kann Vorhand in keinem Fall verhindern, dass der Reizvorgang
ordnungsgemäß durchgeführt und beendet wird. Vorhand hat sich mit der voreiligen
Spielansage aber verpflichtet, im Falle, dass sie bis zu einem Reizwert von 72
(Mindestreizwert für Grand Hand) Alleinspieler wird, ein Grandspiel aus der Hand
durchzuführen. Sollte der Reizwert von 72 überboten werden, ist Vorhand nicht mehr
an ihre voreilige Spielansage gebunden. Sie kann passen oder weiter am Reizvorgang
teilnehmen. Wird Vorhand bei einem Reizwert von über 72 Alleinspieler, ist sie an ihre
voreilige Spielansage nicht mehr gebunden und kann den Skat aufnehmen und ein
Spiel ihrer Wahl ansagen und durchführen.
Wird ein anderer Mitspieler Alleinspieler, muss er die voreilige Spielansage von
Vorhand billigend in Kauf nehmen. Das Spiel ist durchzuführen und seinem Ausgang
entsprechend zu werten.
Die Freude des Vorhandspielers über die guten Karten ist verständlich und die darauf
erfolgte Handlung (Spielansage) nachvollziehbar. Es ist unwahrscheinlich, dass ein
anderer Spieler diesen Reizwert bieten oder halten kann. Trotzdem ist der Spieler zu
ermahnen und darauf hinzuweisen, dass eine Spielansage erst nach beendetem
Reizen zu erfolgen hat.
Ritter des Ordens der unsichtbaren Hand