1.1.5 - ja oder nein

Fragen zur ISkO

Moderator: Taronga

1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon Eric » 8. Aug 2020 19:41

Inspiriert von dem letzten Fall ( falsch ausgespiel ) mal eine frage in die Runde, was ihr so als "unfair bzw. fadenscheiniges Recht" seht, das nach 1.1.5 entschieden werden sollte. Im Zweifel lassen wir wie im letzten Fall einen Spieler von einem anderen Tisch der den Fall mitbekommt "rechtzeitig" reklamieren.

Fall 1

As hat bereits 59 Augen und noch den Kreuz Buben ( oder alternativ einen anderen Buben als höchsten Trumpf im Spiel ) und begeht einen Regelverstoß.


Fall 2

Alleinspieler begeht in seinen Augen einen Regelverstoß ( z.B. unberechtigtes Einziehen eines Stichs ), welcher aber keinen RV darstellt. Die Mitspieler am Tisch wissen es auch nicht besser.


Fall 3

Wie Fall Nr. 2, die Gegenspieler sind aber so regelkundig, dass sie wissen, dass kein Regelverstoß vorlag.


Fall 4

Alleinspieler legt ohne Skataufnahme einen unverlierbaren Null Ouvert Hand auf, sagt sein Spiel aber versehentlich als "Grand Ouvert" an.

Meine Meinung :

Fall 1 - Niemals

Fall 2 - eher ja

Fall 3 - hier schon eher definitv ja

Fall 4 - Auf jeden Fall ein Fall für den 1.1.5
So ist das Skatspiel eben - manche Spiele verliert man, und manche gewinnen die anderen

Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regieret.
Gotthold Ephraim Lessing
Eric
 
Beiträge: 1245
Registriert: 23. Jun 2012 19:26
Wohnort: Suttgart

Re: 1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon mr.kite » 10. Aug 2020 11:29

Fall 1: kein 1.1.5
Fall 2&3: Hier ist ja noch nichts passiert- es geht normal weiter. Also auch keinesfalls 1.1.5
Fall 4: Für mich auch kein 1.1.5: Was kann die GP für die Konzentrationsschwächen des AS?
mr.kite
 
Beiträge: 6422
Registriert: 22. Apr 2010 14:06
Wohnort: München

Re: 1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon John » 10. Aug 2020 12:13

Stimme dir voll zu, aber: Was passiert eben in den Fällen 2 und 3?

Die beiden Fälle sind ja nicht klar dargestellt. Bekommt zum Beispiel der unkundige AS das Spiel regelwidrig als verloren aufgeschrieben, wobei auch die Frage der Regelbeherrschung bei den GS eine große Rolle spielen dürfte? Ich denke da irgendwie an eine "erschlichene" oder provozierte Spielaufgabe, die hier dem AS aufs Auge gedrückt wird. Wobei auch eben noch zu beachten ist, ob man von ihm als AS eine größere Regelkenntnis erwarten muss als von den immerhin 3 GS!
Es gibt kein besseres Mittel, das Gute in den Menschen zu wecken, als sie zu behandeln, als wären sie schon gut. (Gustav Radbruch)
Benutzeravatar
John
 
Beiträge: 3184
Registriert: 11. Dez 2006 01:31

Re: 1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon mr.kite » 10. Aug 2020 12:42

Fälle 2 und 3: Was da passiert sehen wir wenn es soweit ist.

Spekulation: In Fall 2 wird der AS verlieren, weil kein Spieler am Tisch auf die Idee komme wird, dass der AS keinen Regelverstoß begangen hat
Spekulation: In Fall 3 wird der AS gewinnen, weil ein GS den AS auf seinen Irrtum hinweisen wird. Falls nicht wird er verlieren, weil kein Spieler am Tisch monieren wird, dass der AS keinen Regelverstoß begangen hat

Fall 2 & 3 sind halt (noch) keine Regelfälle
mr.kite
 
Beiträge: 6422
Registriert: 22. Apr 2010 14:06
Wohnort: München

Re: 1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon Eric » 15. Aug 2020 21:38

Nun, bei den Fällen 2+3 war ich inspiriert von dem Fall davor , Grand "schwarz" wo der AS aufgibt bzw. aufgeben will, weil er nicht schwarz spielt ( wenngleich durch einen Regelverstoß )

Nochmals. Ein Spieler ( AS ) führt eine Akton durch ( z.B. unberechtigtes Einziehen eines Stiches , versehentlich herausgefallene Karte, Schneideransage nach Skataufnahme ).

ER erkennt diese Handlung als Regelverstoß und gibt das Spiel ( vlt. mit deutlicheren Wort als im zitierten Fall ) auf.

Liegt hier "unfaires" Verhalten der GS vor, wenn diese wissen, dass die Aktion KEIN Regelverstoß vorliegt ? Ich tendiere zu ja. ( Fall 3 )

Kann auf Basis von 1.1.5 durch "Intervention" eines Spielers vom Nachbartisch die Spielaufgabe als "nicht geschehen" angesehen werden, wenn die GP am Tisch ebenso regelunkundig ist wie der AS ?`( Fall 2 ) . Bringt uns zu der Frage : Darf ein Spieler aus seiner Regelunkenntnis bzw. falscher Regelkenntnis ein Schaden entstehen ?
So ist das Skatspiel eben - manche Spiele verliert man, und manche gewinnen die anderen

Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regieret.
Gotthold Ephraim Lessing
Eric
 
Beiträge: 1245
Registriert: 23. Jun 2012 19:26
Wohnort: Suttgart

Re: 1.1.5 - ja oder nein

Beitragvon Pgallert » 31. Aug 2020 21:04

Ich kann in Fall 4) keine Regelverletzung erkennen, der AS kann taufen wie er will. Und selbst wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass der AS hier eine Ansage taetigt, die 'fuer alle GS erkennbar im Widerspruch zu den Skatregeln' steht (kann gerade nicht nachsehen, wie die Regel genau lautet), gilt das sicher nur fuer den 'ouvert', nicht fuer den 'Grand'. Das Ding wird wohl nach rechts geschrieben, ich seh da nichts Fadenscheiniges.
Pgallert
 
Beiträge: 185
Registriert: 30. Jun 2016 17:25
Wohnort: Windhoek


Zurück zu Regelwerk

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron