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Beitragvon HomerJay » 12. Mai 2020 15:21

Wir haben Filme, wir haben,Musik.. kommen wir zu Literatur. Welche Bücher gefallen euch? Eine kleine Auswahl von mir:

Tom Coraghessan Boyle: Drop City

Das bekannteste Werk des Autors ist zweifelsohne 'Wassermusik', doch die Geschichte einer Hippiekommune, die nach Alaska zieht, gefällt mir noch etwas besser.

Harry Mulisch: Die Entdeckung des Himmels

Epischer Roman, der das Gesellschaftsbild der Niederlande der 60er bis 80er zeichnet.

Amitav Ghosh: Der Glaspalast

Ein Muss für jeden Asienfan! Habe es anlässlich meiner Reise nach Burma (als es noch nicht offen war, Glück gehabt..) gelesen.

Vladimir Nabokov: Lolita

Nabokov schreibt einfach fantastisch. Gute Verfilmung von Kubrick!

Matt Beaumont: E-Mail an alle

Genau meine Art von Humor. Beömmle mich auch noch nach 15-maligem Lesen. Englisches Original empfohlen!

Ken Follett: Sturz der Titanen

Erster Teil seiner Jahrhundert-Trilogie. Die anderen Teile fallen etwas ab.

Nick Hornby: High Fidelity

Geschichte über Männer und ihre Macken

Günter Grass: Die Blechtrommel

Gehört zur Allgemeinbildung

Frank Schätzing: Lautlos

Nicht so bekannt wie 'Der Schwarm', doch der Thriller gefiel mir etwas besser.

Irvine Welsh: Trainspotting

Genauso durchgeknallt wie die Verfilmung.

Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel, Naokos Lächeln, Kafka am Strand....

Leider ist zu konzidieren, dass seine Geschichten sich doch auf Dauer ähneln

Jakob Arjouni

Der gehört als Frankfurter in die Liste. Hauptsächlich bekannt durch die Krimis mit Kemal Kayankaya.
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Re: Bücher

Beitragvon MonsieurL » 12. Mai 2020 19:12

Jo, die Bücher fehlen noch. Witzig, dass du mit T.C. Boyle beginnst, da dieser heute noch Dennis Scheck's Lieblingsautor ist (dem Macher meiner Lieblingsliteratursendung "Druckfrisch") und über Jahrzehnte mein absoluter Favorit war.

Hier ein paar meiner beliebtesten Schmöker:

T.C. Boyle Wassermusik + World's End

Seine Frühwerke sind m.E. seine Besten. Wassermusik ist unübertroffen, aber World's End ist fast genauso großartig.

Carlos Ruiz Zafon Der Schatten des Windes + Das Spiel des Engels + Der Gefangene des Himmels + Das Labyrinth der Lichter

Die Barcelona-Tetralogie des Katalanen über den "Friedhof der vergessenen Bücher". Barcelona in finsteren Franco-Zeiten und der Versuch einer Buchhändler-Familie (Sempere + Söhne), einen versteckten Ort, an dem "gefährliche" Bücher vor den Schergen des Regimes in Sicherheit gebracht wurden, zu schützen und geheim zu halten. Wartet mit einer der brillantesten Romanfiguren der Literaturgeschichte auf. Der kauzige Fermin Romero de Torres, der "Gefangene des Himmels", ist allein schon Grund genug, die Bücher zu verschlingen. Zafon's metaphernreiche und blumige Sprache ist ein weiterer Hochgenuss. Für mich zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber wenn sie dich einmal packt, lässt sie dich nicht mehr los. Ich wurde total süchtig nach diesen fantastischen Schmökern, weshalb Zafon sogar Boyle als meine persönliche Nummer 1 unter den Schriftstellern abgelöst hat.

Frank Schätzing Der Schwarm

Unglaublich spannend und wahnsinnig lehrreich. Schätzing schafft es wie kaum ein anderer Autor, eine ungeheure Menge an Wissen in eine fasziniernde Romangeschichte unaufdringlich einzubauen. Ich habe noch nie ein so dickes Buch in so kurzer Zeit ausgelesen.

John Irving Zirkuskind

Irving's Indienroman ist um so viel besser als seine viel bekannteren Werke "Garp und wie er die Welt sah" und "Hotel New Hampshire".

Tom Wolfe Fegefeuer der Eitelkeiten

Der Literaturdandy zeichnet auf knapp tausend Seiten ein eindrucksvolles Sittengemälde New Yorks. Ein Werk über Auf- und Abstiege, das gründlich mit gern genommenen Klischees über Gut und Böse aufräumt und eine menschliche Seele offenbart, bei der einem Angst und Bange werden kann. Wer Fegefeuer der Eitelkeiten gelesen hat, sieht die in den letzten Jahren zunehmend aufkommenden Wertediskussionen in einem anderen Licht.

Umberto Eco Der Name der Rose

Noch immer ein literarischer Klassiker. Ich hätte das Buch für unverfilmbar gehalten, aber selbst der Film ist großartig, obwohl er das Buch erwartungsgemäß weitgehend auf die Krimi- und die Liebesgeschichte reduziert.

Peter Hoeg Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Schon wieder ein Buch, das Bernd Eichinger verfilmen ließ. Er hatte offenkundig ein gutes Näschen dafür, wie schwierig zu visualisierender literarischer Stoff filmisch adäquat aufbereitet werden kann. Das Buch ist trotzdem noch eine ganze Ecke besser.

Jonas Jonasson Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Ich habe noch nie beim Lesen eines Buches so viel gelacht.

Andrej Kurkow Picknick auf dem Eis

Ein kurzes Buch über einen erfolglosen ukrainischen Schriftsteller und seinen Pinguin Mischa. Der Autor lebt davon, Nekrologe für eine Zeitung zu verfassen über bekannte Persönlichkeiten, die noch gar nicht gestorben sind. Das ändert sich jedoch schnell im von Mafia und Neureichen geprägten Kiew der Gegenwart. Eine wunderbar geschriebene Sozialsatire. Das ideale Buch für einen Kurzurlaub.

Charles Bernard Nordhoff / James N. Hall Die Meuterei auf der Bounty

Diesen Klassiker habe ich bereits als Jugendlicher zwei mal verschlungen.
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Re: Bücher

Beitragvon grunzquiek » 12. Mai 2020 21:20

Zu den Lieblingsbüchern fällt mir gerade nur ein Buch ein, vielleicht liegt es daran, dass Bücher für mich unterhaltsam sein sollen, keine Arbeit:

"Einmal Rupert und zurück - Der fünfte Band der vierbändigen Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams. Leider habe ich vor ein paar Jahren den schweren Fehler begangen, das Buch zu verleihen. Ich habe es nie zurückbekommen. :boese: Die Bücher der Trilogie (ich habe nur 1 und 5 gelesen) sind erheblich besser als der Film, bei dem bin ich fast eingeschlafen.

Dafür fallen mir aber auf Anhieb gleich 2 Bücher ein, die ich für die schlechtesten aller Zeiten halte:

"Der Butt" von Herrn Grass. Schon die ersten Seiten waren eine Qual, ich habe es auch nur mit großer Anstrengung ein paar Seiten weit geschafft. Ich habe es noch mit einem anderen Buch des Herrn Grass probiert, von dem weiß ich nichtmal mehr den Titel, aber das Ergebnis war das gleiche. Vielleicht ist er sogar der schlechteste Schriftsteller aller Zeiten.

"Der Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn. Ein paar Seiten mehr als beim "Butt", aber qualvolle Seiten.

Ich lese eher Sachbücher, da weiß ich, was auf mich zukommt, aber das ist hier wohl nicht gefragt.
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Re: Bücher

Beitragvon MonsieurL » 12. Mai 2020 22:43

grunzquiek hat geschrieben:vielleicht liegt es daran, dass Bücher für mich unterhaltsam sein sollen, keine Arbeit


Hmmm. Hast du den Eindruck, dass einige der bisher vorgestellten Bücher nach Arbeit klingen? Weil sie vielleicht auch - neben dem Plot - ein paar nützliche Informationen enthalten? Ich kenne nicht alle Bücher, die Homer empfiehlt, aber die, die ich kenne (Boyle, Schätzing, Hornby, Murakami & den Film Trainspotting) dienen der Unterhaltung und bei meiner Liste ist das durchgängig der Fall.

Oder setzt du, was mich wundern würde, Unterhaltung mit flach gleich? Das widerspräche dann aber deinen eigenen, von mir schon immer hochgeschätzten und äußerst unterhaltsamen literarischen Einsprengseln hier im Forum. Manchmal denke ich sogar, dass du ein Halbbruder von Max Gold sein musst. :D
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Re: Bücher

Beitragvon grunzquiek » 12. Mai 2020 23:10

Also Arbeit ist es für mich, wenn ich mich seitenlang durch unaussprechliche russische Namen und Ortsnamen kämpfen muss. Ebenfalls Arbeit ist es, seitenlang einen Text zu lesen, der nicht im geringsten ahnen lässt, dass sich da irgendeine interessante Geschichte anschließen könnte. Oder ein mit Details überfrachteter Anfang, bei dem ich erstmal garkeinen Plan habe (haben kann), was ich mir davon merken sollte. Bei einem Sachbuch weiß ich schon vorher, ob es mich interessiert oder nicht. Bei "unterhaltsamer" Literatur bin ich auf Gedeih und Verderb dem ausgeliefert, was der Autor für einen unterhaltsamen Schreibstil hält :roll:

Max Gold kenne ich nicht, aber ich werde mich erkundigen :wink:
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Re: Bücher

Beitragvon Skymaster » 12. Mai 2020 23:38

Das schlimmste Buch von allen!!
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Zähl' Trumpf und Augen allemal, so hast du nie die "Qual der Wahl", ob Abzuwerfen oder Stechen, und must für's Spiel nicht auch noch blechen!
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Re: Bücher

Beitragvon HomerJay » 13. Mai 2020 13:00

Derzeit liegt 'Die Terranauten' von T.C. Boyle neben meinem Bett. Habe einige weitere von ihm gelesen: América und 'Grün ist die Hoffnung' fand ich sehr lesenswert, 'Talk Talk' eher schwach. Sollte mir wohl 'World's End' zulegen.

Douglas Adams ist natürlich Kult, wenngleich es nach dem Restaurant am Ende des Universums qualitativ merklich bergab geht. Den letzten Teil fand ich ehrlich gesagt traurig nach dem Glanz der ersten beiden Teile.

Kicher.. Der Butt ist zäh, zugegebenermaßen. Besser lass die Finger von Dostojewski, der es liebt, seine zahlreichen Charaktere Michail Iwanowitsch, Sergej Michailowitsch oder Iwan Sergejewitsch zu benennen . wobei, ich mag seine Bücher.

Carlos Ruiz Zafon habe ich gelesen. Spannend, aber ähnlich wie bei Hundert Jahre Einsamkeit konnte ich nicht so eine große Begeisterung entwickeln wie andere Leser. Geschmacksfrage.

Max Goldt ist ein Großer in Umgang mit Sprache. Verweise gerne auf ihn, wenn ich mal wieder mit 'macht Sinn' konfrontiert werde.
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Re: Bücher

Beitragvon MonsieurL » 13. Mai 2020 17:36

@ Grunzquiek

Max Goldt ist Anfang der 80er bekannt geworden als Macher der legendären Berliner Band Foyer des Arts (Wissenswertes über Erlangen, Schimmliges Brot). Geboren wurde er, wie ich gerade nachgelesen habe, in Göttingen, sogar im selben Stadtteil wie ich, in Weende. In Berlin war er in den frühen 80ern Stammgast in der Kultkneipe "Kumpelnest 3000", in der er auch gerne mal zu fortgeschrittener Stunde auf dem Tisch eigene Texte rezitierte. Später schrieb er hauptsächlich für die Titanic Kolumnen wie "Aus Onkel Max' Kulturtagebuch" und "Manfred Meyer berichtet aus Stuttgart". Wenn du Buchtitel von ihm hörst wie "Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz" oder "Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau" ahnst du sicher, warum ich dich manchmal für seinen Halbbruder halte. Was den Humor angeht, seid ihr mit Sicherheit Brüder im Geiste. :D

@ Homer

Witzig, dass du bei Zafon sofort auf Hundert Jahre Einsamkeit von Garcia Marquez verweist. Ich hab das Buch auch gelesen und mich ziemlich gequält. Zafon wird ja von der Kritik gerne als Ziehsohn von Garcia Marquez bezeichnet, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Mag sein, dass es da ein paar stilistische Übereinstimmungen gibt, die für Literaturwissenschaftler und Feuilletonisten bedeutsam sind, aber die zu analysieren überlasse ich gerne ebenjenen. Schließlich macht es Sinn, :wink: dass sie ihr über Jahre erworbenes Wissen auch mal einem ungebildeten Publikum präsentieren. :D

P.S. "Grün ist die Hoffnung" liebe ich auch über alles, aber dafür hat mir "Willkommen in Welville" und "Dr. Sex" ziemlich die Lust auf weitere Boyle-Romane verhagelt.

P.S.S Guckst du auch manchmal in deinen PN-Ordner? Ich hab dir was geschickt.
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Re: Bücher

Beitragvon HomerJay » 15. Mai 2020 12:30

Die Verfilmung des Anhalters fand ich auch schwach. Schau mal, ob du die BBC-Serie von 1981 auftreiben kannst!
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