Ein auf dem Postweg irregeleiteter Leserbrief...

Alles, was nicht in eine andere Area passt.

Ein auf dem Postweg irregeleiteter Leserbrief...

Beitragvon grunzquiek » 14. Jan 2020 12:53

aus dem Jahr 2040, wenn die Post nicht nur in der Lage sein wird, an die falsche Adresse zuzustellen, sondern auch in die falsche Zeit:

... Jetzt ist es schon 10 Jahre her, dass in Deutschland alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verboten und die letzten Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen abgeschaltet wurden, aber was hat das verändert? Das Klima macht immernoch nicht das, was wir wollen, und unser Strom aus Polen, Tschechien und Frankreich wird immernoch in Kohle- und Kernkraftwerken produziert. :boese: Die deutsche Bahn erhöht alle naselang die Fahrpreise, um die steigenden Strompreise zu kompensieren, die Elektroautos warten tage- oder wochenlang auf einen Termin, um den übriggebliebenen Strom zu tanken, und die Eselskarren verstopfen unsere Straßen! Neulich wurde sogar schon eine illegale, steuerlich nicht erfasste Zebraherde im ehemaligen Parkhaus der Elbphilharmonie gesichtet.

Man muss das Übel an der Wurzel anpacken! :!:

Warum will andauernd irgendjemand irgendwo hinfahren, wo man angeblich zu Fuß oder mit dem Fahrrad nicht hinkommt? Ist irgendjemand glücklich, nur weil er es schafft, zu seiner weit entfernt liegenden Arbeitsstelle zu kommen, wo ihn eine ewig nörgelnde Chefin erwartet? Ist irgendjemand glücklich, nur weil er den Urlaub in der Hotelkäfighaltung in Spanien verbringt, statt zuhause, wo er alles hat, was sein Herz begehrt?

Ganz sicher nicht!

Es ist an der Zeit, dass wir umdenken: Das Grundübel unserer Zeit, die hemmungslose Mobilitätsgier, muss beseitigt werden! :!:

Die juristische Situation ist klar: Weder im Grundgesetz noch sonst irgendwo steht etwas von einem "Recht auf Mobilität". Das ist nur eine Illusion, die von interessierten Kreisen erzeugt wird!

Die Mobilitätsversteher und Fortbewegungsrelativierer ("Die Menschen sind schon vor 5.000 Jahren mit Fuhrwerken gefahren") müssen sich fragen lassen, wie sie es in Zeiten des Klimawandels noch rechtfertigen können, sich mit den Fortbewegungsfanatikern zu solidarisieren.

Schon immer war der Wunsch nach Fortbewegung von Übel: Ein Pferd ist über ein Jahr gerechnet so umweltschädlich wie 20.000 km Bahnfahrt! Und wie weit kann man auf einem Pferd reiten? Eben! Und von den Feinstaubschleudern Elektroautos braucht man garnicht erst zu reden, die kommen immernoch mit einem Reifen- und Bremsbelagabrieb daher, als gäbe es kein Morgen!

Was wir brauchen, ist der Verzicht auf Fortbewegung! :!:

Hier ist der Gesetzgeber gefordert, um dieser rücksichtslosen Umweltzerstörung ein Ende zu bereiten!

Mein Vorschlag: :idea:

Elektroautos, Busse, Bahnen und Pferde (einschließlich Esel und Zebras) verbieten, und auch die vielen Fuhrwerke müssen weg, sonst spannen die Unbelehrbaren noch Hunde davor, und ein großer Hund ist so umweltschädlich wie ein halber Esel!
Als Ausgleich für die Sicherung einer Grundmobilität sollten Fahrradreifen und das Besohlen von Schuhen steuerlich begünstigt werden, jedenfalls vorläufig, bis sich die Leute an den Verzicht auf Fortbewegung gewöhnt haben.

Mit stationären Grüßen
...
"Es gibt so Tage, da wehen einen die Urfragen der Menschheit an.
Was ist der Mensch? Wo kommt er her? Und warum ist er nicht dort geblieben?"

(Matthias Beltz, Skat- und Bierforscher, Autor, Jurist, Kabarettist)
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Re: Ein auf dem Postweg irregeleiteter Leserbrief...

Beitragvon spock2009 » 14. Jan 2020 22:53

Warum gleich verbieten? Man kann doch auch einfach etwas ändern...
Hundert Jahre lang haben die Autos uns gefahren.
Es wäre an der Zeit sich zu revangieren.
Wir könnten die Autos mal zu Orten schieben, die ihnen gefallen.
Unser Nachbar hat gerade einen 2000 m² Naturgarten asphaltiert...
da werden Autos sehr gerne hingeschoben.
Mit meinem Dieselskandal VW bin ich nach dem Update schon vier mal
liegen geblieben und mit gutem Beispiel voran gegangen.
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Re: Ein auf dem Postweg irregeleiteter Leserbrief...

Beitragvon grunzquiek » 16. Jan 2020 17:25

Tag! :)

Nachdem mir dieser Leserbrief in Verbindung mit einem Pfund Sauerkraut schwer auf den Magen geschlagen hat :rolleyes: , habe ich mir die Zukunft weiter ausgemalt:

Die jungen Herren, die gegenwärtig vorzugsweise im AMG mit geöffnetem Klappenauspuff oder anderen Ruhestörern nächtens in der Innenstadt hin- und herfahren, werden sich geleaste Sechsspänner zulegen, die sie dann mit lautem Peitschenknallen dirigieren oder Tesla mit 10.000-Watt-V8-Soundgenerator fahren, die ehemaligen SUV-Fahrer halten sich riesige Kaltblüter mit Rammschutzbügeln, von denen jeder alleine 3 Reisebuskutschen ziehen könnte und Otto Normalverdiener kann sich allenfalls ein kleines Eselchen mit zweirädrigem Minikarren in der Garage leisten. :(

Ich werde meine dann schon etwas betagten Autos mit geklautem oder gefälschten E-Kennzeichen weiterfahren und dann eben hinter der Grenze tanken und vor Polizeikontrollen mit stinkender Benzin-Power flüchten. Die Verfolger kommen bei dem Tempo mit den Elektrokisten eh nur 5 km weit, bis der Akku leer ist. :evil:

Mein schlitzohriger Nachbar wird sich dann wohl ein steuerfreies Minidromedar angeblich als Haustier für die Kinder besorgen. Wer in einem Mietshaus mit Tiefgarage wohnt, der hat dann den schwarzen Peter gezogen: Die Pferde und Esel in der Tiefgarage werden jede Nacht lautstarke Orgien feiern und wenn er morgens übermüdet zur Arbeit reiten will, dann bekommen die Viecher kaum die Augen auf. :sleep:

Bei Windstille werfe ich ein Diesel-Stromaggregat an und beim Ausfall des Internets wegen Strommangels bekomme ich die E-Mails aus der Firma (das Renteneintrittsalter ist dann bei 117 Jahren angelangt) durch Rauchzeichen im Morsealphabet, die ich aber wegen Rauchzeichenlegasthenie leider nicht lesen kann :twisted: . Die kleinen Diesel-Dienstwagen sind dann schon längst durch Elektrorollstühle und Bobbycars für die jüngeren Kollegen ersetzt.

Die schon etwas tattrige Bundeskanzlerin Kramp-Irgendwas (sie weiß den Namen nicht mehr so genau) setzt die Fertigstellung des seit 2021 geplanten Elektro-Flugzeugträgers vorläufig für das Jahr 2121 an und am BER kann nicht weitergearbeitet werden, weil sich dort mittlerweile die gefährdete grün-rot-gestreifte Steinlaus (Petrophaga lorioti) eingenistet hat. Bei "Stuttgart 21" wird ein lange gehegtes Missverständnis aufgeklärt: Es sollte eigentlich "Stuttgart 2100" heißen. :mrgreen:

Mit visionären Grüßen
grunzquiek
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