Skatmythen - Das Blankaufspiel

Theoretische Abhandlungen, Motive, Tricks, Handlungsanleitungen.

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon carpe diem 87 » 27. Aug 2015 22:28

Das ist ja der Punkt Sebastian,
Man muss auch wissen was man mit einer blanken machen will bzw wie man sie behandelt. Ich behaupte sogar das die meisten Spiele die drehbar sind auf mehr als einen Weg zu legen sind. Zum Beispiel sehe ich mir öfters mal Verteilungen im Nachhinein an, und sehe oha hätte ich nicht blank gespielt sondern lang (oder what ever) und mein MS und ich machen im weiteren Verlauf alles richtig machen wir sogar 70-80 Augen anstelle der 60-61 die wir nun gemacht haben. Dennoch entscheide ich mich so oft für die blanke, da sie in den meisten Fällen einfach leichter zu verstehen ist. Mein Partner sieht sie und kann erkennen wo was steht, spiele ich lang, weiß mein Partner oft nicht (angenommen er ist in MH und ich komme wieder vor) was er nun auf meine vorgespielte 10 legen soll da er nicht weiß wie lang die Farbe nun wirklich bei mir ist.
Benutzeravatar
carpe diem 87
 
Beiträge: 2341
Registriert: 15. Aug 2010 01:59

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ThomAss » 27. Aug 2015 23:29

Sebastian, gegen notorische Blankspieler, ist das natürlich eher ein schöner Pik Solo als Herz. :lol:
Nach 1. Herz 8 Herz 9 beseitigen sie gegen 4:2 möglicherweise alle deine Tempoprobleme... :evil: :twisted: :evil: :twisted:
Benutzeravatar
ThomAss
 
Beiträge: 4697
Registriert: 24. Mai 2006 15:35
Wohnort: Goch / Niederrhein

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ThomAss » 8. Aug 2019 04:26

Das Thema ist nun schon ein paar Jahre her, ist das immer noch die vorherrschende Meinung, dass blank unter den Spitzenspielern das Nonplusultra ist?

Mir ist dazu neulich eine nette Anekdote widerfahren... :-)
Benutzeravatar
ThomAss
 
Beiträge: 4697
Registriert: 24. Mai 2006 15:35
Wohnort: Goch / Niederrhein

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Skatfuchs » 8. Aug 2019 09:23

Hallo,

da mich das Thema auch brennend interessierte, so habe ich mir mal die Mühe gemacht, es statistisch zu untersuchen.
Ich habe dafür 70 Mio Farbspiele nehmen können, wo die GS am Anspiel sind und habe den Einfluss der Anspielkarte auf den Gewinn des AS untersucht. Dabei habe ich die Trumpfstärke des anspielenden GS, seine Farblängen, sowie ein Ass oder eine Zehn darin betrachtet.
Nimmt man einmal den Fall ohne Ass und Zehn in der Farbfolge, so erhält man für das Anspiel aus einer Einer-, Zweier und Dreierlänge zum AS in MH (2) oder HH (3) folgendes Ergebnis des Gewinns des AS:
Pos Trumpf %Sieg-1erLänge %Sieg-2erLänge %Sieg-3erLänge
2 1 75,5% 78,35% 78,35%
2 2 81,8% 86,76% 86,18%
2 3 59,4% 66,23% 61,17%
3 1 78,8% 83,92% 83,15%
3 2 82,4% 90,78% 91,29%
3 3 61,5% 74,35% 67,36%

Da die GS natürlich daran interessiert sind, die Gewinn-Wkt. des AS so niedrig wie möglich zu halten, so sieht man an den Zahlen, dass das Anspiel einer blanken Farbe immer vorteilhaft zum AS in MH oder HH gegenüber einer Zweier- oder Dreierlänge ohne Ass/Zehn ist.
Gleichzeitig kann man auch erkennen, dass eine Dreierlänge hauptsächlich bei einer eigenen Trumpfstärke vorteilhaft im Anspiel gegenüber einer Zweierlänge (ohne Ass/Zehn) ist.

Ich schreibe gerade aus Mittelfinnland an einem einsamen See, wo sich Bären und Elche gute Nacht sagen und habe da eine bessere Internetverbindung, als zu Hause!
Ein Gut Blatt

Skatfuchs

Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
Benutzeravatar
Skatfuchs
 
Beiträge: 7097
Registriert: 25. Sep 2005 14:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ThomAss » 8. Aug 2019 17:46

Insbesondere bei der blanken, sollte man die Asse und Zehner aber mit untersuchen, denn vor allem aufgespielte 10er sind eben häufig das allerdeutlichste Signal, welches man mit blank setzen kann und führt die GS schnell auf den richtigen Gewinnweg insofern es ihn gibt bzw er bereits dadurch eingeschlagen ist. Denn je nach Trumpfstärke, wenn der MS beispielweise von der aufgespielten Zehn, unglücklicherweise 7 8 9 Dame führt, wird der MS nun ggf. trotz Trumpfschwäche seine eigene Ass 10 Kombi zu dritt viert versuchen, weil es über die Beikarte sonst nichts mehr zu holen gibt. Also die Rückschlüsse, die auch der Partner durch die blanke ziehen kann, sind immens.
Benutzeravatar
ThomAss
 
Beiträge: 4697
Registriert: 24. Mai 2006 15:35
Wohnort: Goch / Niederrhein

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ThomAss » 8. Aug 2019 18:10

Zurück zu meiner Anekdote, die nun schon etliche Monate zurück liegt.

Ich sitze am 4er Tisch irgendwo bei einem Preisskat Turnier, wo ein Vereinskamerad mit am Tisch sitzt. In diesem Fall sitzt er vorne, der AS in MH und ich in HH.
Der AS spielt ohne Reizung Pik.
VH spielt nun bei einem eigenen Trümpfen blank an, ich führe 3 Trumpf mit Pik Bube und 2 kleinen Trümpfen und Ass König Lusche in der blank ausgespielten Farbe.
Ich gehe im ersten Stich in den Schnitt (+4), ziehe das Ass hinterher mit Schmierung des Vereinskamerad und Dame des AS (+25), die Lusche hinterher Abstich Trumpf Ass und Zugabe der 10 des AS (+21), macht insgesamt 50. Der AS sticht den nächsten und zieht Trumpf.

Der AS spielt nun einen roten Buben, welchen ich verweigere, zieht Kreuz Bube hinterher, ich bediene, Abwurf vom Partner und dann gibt er schließlich auf Trumpf Lusche mit meinem Buben und einer 10 des Partners 62 Augen auf sein Spiel ab.

Das Getöse war natürlich groß, das spielt man doch so nicht, ihr habt euch doch abgesprochen und so weiter und sofort. Blank spielt man nicht, und schon gar nicht schnibbelt man den eigenen Mann, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Ich meinte nur das wird doch an guten Tischen inzwischen überall so gespielt, also egal wer da am Tisch sitzt.

Die Gemüter beruhigten sich schließlich wieder, aber es war schön zu sehen, welche Kraft das Blankausspiel hatte. Der AS verlor mit 3 Buben und Trumpf 10 zu viert und dazu 10 D 9 in der Beikarte und 14 gelegt in dritter und vierter Farbe.
Benutzeravatar
ThomAss
 
Beiträge: 4697
Registriert: 24. Mai 2006 15:35
Wohnort: Goch / Niederrhein

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Skatfuchs » 8. Aug 2019 20:13

ThomAss hat geschrieben:Insbesondere bei der blanken, sollte man die Asse und Zehner aber mit untersuchen, denn vor allem aufgespielte 10er sind eben häufig das allerdeutlichste Signal, welches man mit blank setzen kann und führt die GS schnell auf den richtigen Gewinnweg insofern es ihn gibt bzw er bereits dadurch eingeschlagen ist. Denn je nach Trumpfstärke, wenn der MS beispielweise von der aufgespielten Zehn, unglücklicherweise 7 8 9 Dame führt, wird der MS nun ggf. trotz Trumpfschwäche seine eigene Ass 10 Kombi zu dritt viert versuchen, weil es über die Beikarte sonst nichts mehr zu holen gibt. Also die Rückschlüsse, die auch der Partner durch die blanke ziehen kann, sind immens.


Hallo,

natürlich habe ich auch vergleichsweise den Sieg einer Einerlänge ohne As/10 oder mit einem Ass oder Zehn betrachtet mit folgendem Ergebnis:
Pos Trumpf %Sieg-1erLänge %Sieg-1er-Zehn %Sieg-1er-Ass
2 1 75,5% 79,1% 71,1%
2 2 81,8% 86,2% 78,9%
2 3 59,4% 70,7% 56,5%
3 1 78,8% 80,2% 77,6%
3 2 82,4% 86,1% 82,9%
3 3 61,5% 69,6% 61,7%
Die Einerlänge ohne Ass oder 10 ist also immer im Vorteil. Die blanke 10 immer im Nachteil gegenüber der blanken einfachen Karte. Das blanke Ass ist gegenüber MH immer im Vorteil in Realation zu einer blanken Karte ohne Volles.
Ein Gut Blatt

Skatfuchs

Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
Benutzeravatar
Skatfuchs
 
Beiträge: 7097
Registriert: 25. Sep 2005 14:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Eric » 12. Aug 2019 10:18

Ich bleibe meinem Spruch treu, den ich auch gerne und auch mal ungefragt den Anfängern die auch noch notorische Blankspieler auf den eigenen Mann sind, mit auf den Weg gebe : "Blank spielen ist nicht immer falsch. Aber immer Blank spielen ist ganz sicher falsch." :naja:

Das Hauptargument ( wenn nicht sogar das Einzige ) der Immer blank Spieler ist ja das allseits bekannte "dem Freunde kurz" , was ich persönlich für so ziemlich das dümmste Argument halte. Es führt bei den Spielern welche diese Regel "mechanisch" befolgen regelmäßig dazu, dass bei 2 Trumpf und z.B. einer Zehn zu dritt und einem Ass zu dritt, der Partner schön von der eigenen Doppellusche angespielt wird, "weil es ja die kürzeste Farbe" ist..... :evil:

Das Blankaufspiel ist eben nicht nur für den "langen Weg" geeignet, sondern auch mal für den kurzen Weg. ( Siehe Beispiel von ThomAss ). Es muss halt immer "planvoll" eingesetzt werden, mit Hintergedanken.

Eine Anekdote die ich, leider immer wieder erlebe, ist eben das Blankaufspiel, damit blank aufgespielt ist. Kommt die Farbe dann im übernächsten oder noch später zurück geht es los : "Herz ? Was war nochmal in Herz ? " Da möchte ich dann am liebsten die Karten wegwerfen .... :twisted:
So ist das Skatspiel eben - manche Spiele verliert man, und manche gewinnen die anderen

Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regieret.
Gotthold Ephraim Lessing
Eric
 
Beiträge: 1234
Registriert: 23. Jun 2012 19:26
Wohnort: Suttgart

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon spock2009 » 12. Aug 2019 18:00

Ich liebe Statistik.

Aber müsste man nicht Spiele vergleichen bei denen jemand eine blanke 10 besaß... aber in einem Fall hat er sie gespielt, in dem anderen nicht... und dann vergleicht man die Gewinnchancen. Es ist doch natürlich dass Gegenspiele (unabhängig was ich aufspiele) häufiger verloren werden, wenn ich eine blanke 10 besitze ;-)

Genauso müsste man blankes Aufspiel mit Spielen vergleichen, in denen jemand die Möglichkeit hatte blank aufzuspielen, es aber bewusst vermieden hat. Auch hier denke ich, dass eine blanke Farbe im Gegenblatt die Gewinnchancen der Gegenspieler bereits ohne deren Ausspielen erhöht...
spock2009
 
Beiträge: 758
Registriert: 3. Feb 2011 03:15

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon mr.kite » 12. Aug 2019 23:19

ThomAss hat geschrieben: Ich meinte nur das wird doch an guten Tischen inzwischen überall so gespielt, also egal wer da am Tisch sitzt.

Die Gemüter beruhigten sich schließlich wieder, aber es war schön zu sehen, welche Kraft das Blankausspiel hatte. Der AS verlor mit 3 Buben und Trumpf 10 zu viert und dazu 10 D 9 in der Beikarte und 14 gelegt in dritter und vierter Farbe.

Die Erfahrung habe ich auch gemacht, Blankanspiel wird in der Regel kritisiert wenn es erfolgreich ist oder wenn ein Spiel, das ohne Blankanspiel mit 85 Augen für den AS geendet hätte schließlich Schneider wird.
mr.kite
 
Beiträge: 6382
Registriert: 22. Apr 2010 14:06
Wohnort: München

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Skatfuchs » 13. Aug 2019 10:51

spock2009 hat geschrieben:Ich liebe Statistik.

Aber müsste man nicht Spiele vergleichen bei denen jemand eine blanke 10 besaß... aber in einem Fall hat er sie gespielt, in dem anderen nicht... und dann vergleicht man die Gewinnchancen. Es ist doch natürlich dass Gegenspiele (unabhängig was ich aufspiele) häufiger verloren werden, wenn ich eine blanke 10 besitze ;-)

Genauso müsste man blankes Aufspiel mit Spielen vergleichen, in denen jemand die Möglichkeit hatte blank aufzuspielen, es aber bewusst vermieden hat. Auch hier denke ich, dass eine blanke Farbe im Gegenblatt die Gewinnchancen der Gegenspieler bereits ohne deren Ausspielen erhöht...


Hallo,

genau das sagt die Statistik oben aus. In der zweiten Statistik ist die ersten Zahl das Blankanspiel ohne Ass/Zehn, die zweite mit einer blanken Zehn und die dritte mit einem blanken Ass.
In der ersten Statistik ist das Anspiel von einer Einerlänge, Zweierlänge und Dreierlänge ohne Ass und Zehn die Rede.
Das kann man natürlich fortsetzen bis zu einer größeren Länge und auch, ob eine Anspiel unter oder mit dem Ass sinnvoller ist.
Darüber hinaus habe ich auch noch ein Anspiel in die vermeintliche Reizfarbe meines MS untersucht- das alles war aber hier nicht die Frage, sondern hier ging es nur um das Blankanspiel.
Ein Gut Blatt

Skatfuchs

Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
Benutzeravatar
Skatfuchs
 
Beiträge: 7097
Registriert: 25. Sep 2005 14:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon spock2009 » 13. Aug 2019 20:33

Skatfuchs hat geschrieben:[...]Die blanke 10 immer im Nachteil gegenüber der blanken einfachen Karte.

Ich nehme Bezug auf die Schlüsse die du nahelegst.
Ein Gegenspiel mit einer blanken 10 geht öfter schief als eines mit einer blanken Lusche, egal was ich anspiele.
Die Werte 75,5% für Anspiel einer 1er-Länge und 79,1% einer blanken 10 sind daher unvergleichbar.

Um zu sehen ob Blankanspiel die Siegchancen der Gegenspieler erhöht muss ich unter allen Spielen die ein Blankanspiel ermöglichen! (bei denen der Gegenspieler in VH also überhaupt eine blanke Farbe hält) folgende vergleichen:
1. Wie oft gewinnt der AS bei Blankanspiel (75,5% ...)
2. Wie oft gewinnt der AS wenn ich (obgleich möglich) auf Blankanspiel verzichte (??? %)

((((Um pingelig zu sein, könnte man auch dann sogar nur Schlüsse ziehen, wenn die Entscheidung des Gegenspielers blank anzuspielen rein zufällig getroffen wurde und nicht aufgrund rationaler Erwägungen (Stichwort: Randomisierung) ))))

PS: In der oberen Statistik vergleichst du Anspiele 1er, 2er und 3er Länge. Aber man hat nur selten die Auswahl aus allen drei Optionen. daher sind diese Werte nicht vergleichbar. Als Beispiel (Kreuz Trumpf):
1. krda piko pida pi09 pi07 he10 heda he09 ka08 ka07
2. krda piko pida pi09 pi07 he10 heda he09 he08 ka07
Welches Blatt bietet (unabhängig vom Anspiel) die besseren Siegchancen für die Gegenspieler?
Deine Statistik zeigt im Wesentlichen nur dass das untere Blatt stärker als das obere ist, keine Bewertungen der verschiedenen Ausspiele. Dazu müsstest du eben mit Spielen vom Typ 2 vergleichen, in denen der Gegenspieler NICHT blank aufmacht.
(Nochmal mit Humor: Du wirst dem Gegenspieler mit Blatt 1 schwer vorwerfen können, dass er nicht blank eröffnet hat :-) )
Zuletzt geändert von spock2009 am 14. Aug 2019 00:37, insgesamt 1-mal geändert.
spock2009
 
Beiträge: 758
Registriert: 3. Feb 2011 03:15

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ThomAss » 13. Aug 2019 23:57

Mit nur 9 Handkarten, die vor dem 1. Stich zur Wahl stehen, lässt sich überhaupt nur ganz ganz selten ein Gegenspiel erfolgreich gestalten... 8) Bitte mal korrigieren, Spock!
Benutzeravatar
ThomAss
 
Beiträge: 4697
Registriert: 24. Mai 2006 15:35
Wohnort: Goch / Niederrhein

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon spock2009 » 14. Aug 2019 00:39

Danke ThomAss, hab's korrigiert.
Aber ich glaub der Sinn ist schon verständlich, oder?
spock2009
 
Beiträge: 758
Registriert: 3. Feb 2011 03:15

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Skatfuchs » 14. Aug 2019 10:09

spock2009 hat geschrieben:Danke ThomAss, hab's korrigiert.
Aber ich glaub der Sinn ist schon verständlich, oder?


Hallo,

ich sagte ja schon, dass man für eine komplette Analyse der "optimalen Anspielkarte" gegen unbekannte Verteilungen noch mehr berücksichtigen muss.
Das sind zum einen größere Farblängen (wie hier zwei Viererlängen), zum zweiten, ob eine Zehn oder ein Ass dabei ist, zum dritten ob es sich um die vermeintliche Reizfarbe meines MS handelt und nicht zum letzten, ob man unter dem Ass anspielen sollte.
Das sind dann mit der Position und der eigenen Trumpfstärke des anspielenden GS schon 312 Datensätze, die dann von einigen Tausend bis 5,5 Mio Spiele mit Verteilungen pro Datensatz beinhalten.
Ein Gut Blatt

Skatfuchs

Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
Benutzeravatar
Skatfuchs
 
Beiträge: 7097
Registriert: 25. Sep 2005 14:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon spock2009 » 14. Aug 2019 20:55

Entschuldige, wenn es wie Kritik klingt. Ich habe großen Respekt vor der Mühe, die du dir mit der Datenbank gibst. Das Skafuxtool ist phantastisch und es freut mich als Mathematiker sehr, dass du Spass an der Magie der Zahlen hast. Ich antworte auf deinen Beitrag so viel, weil ich den Beitrag spannend finde, nicht weil ich ihn zerreissen will. Den Ansatz "keep it simple" unterstütze ich 100%. Wenn du "zu viel" berücksichtigst sieht man nix mehr und die Datenmenge wird zu klein.

Ich kann nicht einschätzen wie viel Aufwand eine Abfrage auf der Datenbank bedeutet. Aber im Sinne der Überschrift des Threads wäre tatsächlich der von mir angesprochene Vergleich interessant (natürlich nach Anzahl Trümpfe unterschieden, wie du es bereits gemacht hast).

Zusätzlich zu den Zahlen die du zu Blankanspiel bereits gegeben hast wünschte ich mir nun also eine dritte Tabelle mit Gewinnhäufigkeit des AS bei nicht blanker Eröffnung des Gegenspielers, obgleich eine blanke Farbe vorhanden ist. Wenn es kompliziert ist eilt es ja nicht. Wie man gerade an diesem Thread sieht ist es ja nicht für den Moment sondern für die Ewigkeit und bis dahin sind es ja noch ein paar Tage. Wenn du nicht weißt was ich genau meine, lass uns das ruhig noch mal über Nachrichten präzisieren.
spock2009
 
Beiträge: 758
Registriert: 3. Feb 2011 03:15

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Skatfuchs » 15. Aug 2019 11:35

Hallo,

den Vergleich vom Blankanspiel bis zu einer Dreierlänge siehst du bereits oben.
Um das noch zu ergänzen, so habe ich noch die 4er und 5er-Länge der Farbe ohne Ass und Zehn dazugefügt.
Zur Erläuterung sei noch gesagt, dass ich die Trümpfe des anspielenden GS in drei Gruppen zusammengefasst habe, da es dazwischen keinen signifikanten Unterschied gab:
Trumpf1: 0-1 Trumpf
Trumpf2: 2-3 Trümpfe
Trumpf3: 4 und mehr Trümpfe
Damit ergeben sich die Zahlen zu:
Pos Trumpf %Sieg-1L %Sieg-2L %Sieg-3L %Sieg-4L %Sieg-5L
2 1 75,5% 78,3% 78,3% 82,3% 84,6%
2 2 81,8% 86,8% 86,2% 84,6% 82,3%
2 3 59,4% 66,2% 61,2% 55,8% 49,2%
3 1 78,8% 83,9% 83,1% 86,2% 86,9%
3 2 82,4% 90,8% 91,3% 89,3% 83,1%
3 3 61,5% 74,3% 67,4% 61,4% 52,9%
Daraus ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:
1. Ein Blankanspiel ist bis zu einer Dreierlänge immer vorteilhaft ohne Ass/Zehn.
2. Ab einer Viererlänge ist dagegen ein langes Anspiel zum AS in MH besser; und bei wenigstens 4 Trümpfen auch zum AS in HH.

Diese Zahlen machen nicht nur mit dem Mythos des Blankanspieles Schluss, sondern auch mit dem Anspiel eines bisher verpönten blanken Asses. Außerdem ist der Unterschied, ob man von einer Zweierlänge oder Dreierlänge ohne Ass und Zehn anspielt, nicht signifikant.

Mehr Zahlen mit konkreten praktischen Anwendungen für das Skatspiel findet ihr in meinem Buch.
Ein Gut Blatt

Skatfuchs

Wer sich nach Regeln ängstlich richtet und hinter die Schablone flüchtet, den weihte nie mit seinem Kuß des Skates höchster Genius!
www.skatfuchs.eu
Benutzeravatar
Skatfuchs
 
Beiträge: 7097
Registriert: 25. Sep 2005 14:31
Wohnort: Chemnitz

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon kingmaus » 23. Mär 2020 03:53

Hallo an alle, ich bin Chris und neu hier. Habe früher mal gelegentlich gespielt (eher in der Kneipe) und jetzt seit 2 Monaten online in einer App, also Anfänger und am Grundlagen lernen. Blank aufzuspielen mache ich schon ab und zu ganz gerne ;-)

auch wenn ich VH bin und und der AS in MH ist, vorausgesetzt ich habe etwas Trümpfe. (dann mit zeitlich verzögerertem Ausspielen). Für mich auf jeden Fall ein einfacher Weg, meinem Mitspieler mit der ersten Karte schon ne Info geben zu können. Er weiß ja dann auch gleich über die Pik von AS Bescheid.


z.B. vor 2 Tagen in VH mit:

krbu kras kr07 pi08 heda he07 kaas kada ka09 ka08
Ich sage 18, MH reizt nicht und HH bekommt das Spiel für 20 und spielt Kreuz.

Es soll erstmal nur um das Aufspiel gehen. Ich bin mit der pi08 rausgekommen, wie seht ihr die folgende Überlegung? Gibt es alternativen?

MH hat keine Reizung abgegeben und wenn ich die Punkte von meinem Blatt zähle, vermute ich Chancen auf 60 wohl eher wennn ich meine beiden Vollen durchbringe (?)
Wenn Trumpf 3:2 verteilt, dann bin ich Trumpfstark. Falls Pik Ass beim AS liegt, wäre es zumindest denkbar, im ersten Trumpf Stich von HH wieder an MH zu übergeben (kreuz 7)

Aufspiel Pik 8: MH wieder ans Aufspiel bekommen; Karo Ass auf Pik10 schmieren; oder Pik 10 stechen (wenn die Pik10 bei AS liegt und von MH gezogen wird). So ungefähr..

Herz-Aufspiel: (egal welches der beiden) kann ich mir gar nicht vorstellen, ich hab ja keine Ahnung wo Herz liegt und vlt hat MH dort eine 10?. oder sogar sowas: MH denkt, ich habe Herz blank gespielt(?)

Karo Ass: wegen möglicherweise gedrückter Karo K 10 vom AS (oder: Karo K 10 bei MH und Karo7 von AS gedrückt), erscheint mir das viel zu unsicher zum anspielen (?), sehe das auch erstmal für die Karo unterm Ass so (?).

Blank aufspielen erscheint mir hier nicht nur alternativlos, sondern auch am angenehmsten zu spielen, oder wie seht ihr das?
kingmaus
 
Beiträge: 16
Registriert: 21. Mär 2020 10:36

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ohne11 » 23. Mär 2020 09:34

:top: :top: :top:

Selbstverständlich Pik 8.
Jede andere Karte ist hier totaler Nonsense.

Dazu sei noch zu erwähnen, dass du auf ein nachgespieltes Pik bei Einstich des AS Herz 2er absetzen kannst.
"Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun."

- Orson Welles

http://gruenejungsdresden.wordpress.com/
Benutzeravatar
ohne11
 
Beiträge: 2199
Registriert: 24. Nov 2013 15:23
Wohnort: Dresden

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon mr.kite » 23. Mär 2020 10:18

Ich sehe noch folgendes Szenario:
1. kaas ka07 kako
2. kada krko ka10

Dann wäre blank eventuell schlechter. Normalerweise würde ich aber auch Puk aufmachen.
mr.kite
 
Beiträge: 6382
Registriert: 22. Apr 2010 14:06
Wohnort: München

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon ohne11 » 23. Mär 2020 12:41

Szenarien findest du vermutlich für fast jedes Aufspiel.

1. heda heas he08
2. he10 heko he07
3. he09 krko pi08
...

Trotzdem denkt ja niemand ernsthaft daran, Herz aufzumachen. Gegen unbekannte Karte lässt Pik einfach die meisten Optionen offen.
"Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun."

- Orson Welles

http://gruenejungsdresden.wordpress.com/
Benutzeravatar
ohne11
 
Beiträge: 2199
Registriert: 24. Nov 2013 15:23
Wohnort: Dresden

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon kingmaus » 29. Mär 2020 23:27

Danke für die Antworten! Ist es hier im Forum im Allgemeinen erwünscht, dass bei solchen Fragen immer auch die Verteilung Spielverlauf im Nachhinein gepostet wird, auch wenn es etwa nur um das Aufspiel geht?

Tatsächlich wäre das Szenario von kite möglich gewesen. (Das Herz-Szenario natürlich auch, bzw so ähnlich. Je nachdem ob AS Herz oder Karo drückt).

Mein Spielplan (Blank Aufspiel, Karo Ass wimmeln, Stich mit Kreuz Ass) führt hier prinzipiell auch zum Sieg, mein Mitspieler entschied sich aber nach:

GS1 pi08 GS2 piko AS pias
AS pibu GS1 krbu GS2 kr09
GS1 he07 GS2 heas AS kr10
AS kabu GS1 kr07 GS2 hebu

Mit Herz weiter zu spielen. Außerdem standen die Trümpfe 3:3, letztlich ging die Runde dann haarsträubend verloren. Bin mir gerade nicht sicher, ob das hier jemand sehen will (oder sollte). :D
kingmaus
 
Beiträge: 16
Registriert: 21. Mär 2020 10:36

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon Eric » 2. Apr 2020 20:30

Nö, bring das ruhig, gerade wenn mehrere mögliche Optionen im Raum standen. Die Restverteilung wäre dann auch nicht schlecht gewesen.

Hatte dein Partner die pi10 damit du hättest schmieren können ?

Wenn der AS nur zwei Pik hat , muss er ja dann Karo haben , bei drei Pik tut ein Abwurf auf den Herz Stich auch nicht weh .....

Und ich wiederhole mich mit meiner Auffassung : Blank selten, Lusche praktisch nie. Eine Blanke Karte ist nach meiner Erfahrung wie keine dazu geeignet, ein Spiel im 1. Stich sofort auf Sieg zu stellen, oder sofort kapuut zu machen. Also hopp oder top.
So ist das Skatspiel eben - manche Spiele verliert man, und manche gewinnen die anderen

Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regieret.
Gotthold Ephraim Lessing
Eric
 
Beiträge: 1234
Registriert: 23. Jun 2012 19:26
Wohnort: Suttgart

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon kingmaus » 2. Apr 2020 22:02

Ok, dann folgt hier der Verlauf und die Restverteilung. Fühlte sich eher so an, als würden wir als GS nicht mit- sondern gegeneinander spielen.

Spiel=Kreuz Solo, Position: Hinterhand

 

Handkarten AS (Hinterhand):
pibu kabu kr10 kr08 pias pida pi07 heko he09 ka10 

Skat gefunden:  krda kako  Skat gelegt:  heko he09  ( +4 )
AS (in Hinterhand) hat jetzt:
pibu kabu kr10 krda kr08 pias pida pi07 ka10 kako 

Handkarten GS1 (Vorhand):
krbu kras kr07 pi08 heda he07 kaas kada ka09 ka08 

Handkarten GS2 (Mittelhand):
hebu krko kr09 pi10 piko pi09 heas he10 he08 ka07 

1.  GS1 pi08 GS2 piko AS  pias ( +19 )
2.  AS  pibu GS1 krbu GS2 kr09 ( -4 )
3.  GS1 he07 GS2 heas AS  kr10 ( +40 )

hier könnte mein Mitspieler erkennen, dass kreuz As bei mir liegt?

4.  AS  kabu GS1 kr07 GS2 hebu ( -8 )

war ich happy, vielleicht etwas brachial aber AS in MH und Kreuz As liegt bei mir

5.  GS2 he10 AS  krda GS1 heda ( +56 )

Anscheinend haben wir genug volle um Trümpfe zu ziehen?!; hier hätte ich erkennen können, dass Kreuz König bei meinem Mitspieler liegen muss

6.  AS  pida GS1 kada GS2 pi10 ( -24 )

jetzt setzt der AS mir pik quasi in "MH" vor. Bin hier ziemlich ratlos.

7.  GS2 he08 AS  pi07 GS1 kaas ( -35 )

Ich verliere den Überblick, bzw. weiß ja leider immer noch nicht wo die dritte pik liegt und habe mittlerweile schlechte Laune; letzte chance das As zu wimmeln, um dann damit das Spiel abzugeben wird eiskalt genutzt!

8.  GS2 pi09 AS  kr08 GS1 ka08 ( +56 )
9.  AS  ka10 GS1 ka09 GS2 ka07 ( +66 )
10.  AS  kako GS1 kras GS2 krko ( -54 )
kingmaus
 
Beiträge: 16
Registriert: 21. Mär 2020 10:36

Re: Skatmythen - Das Blankaufspiel

Beitragvon mr.kite » 2. Apr 2020 22:36

Das Spiel strotzt nur so von spannenden Begebenheiten. Aber das nur nebenbei. Zwei Sachen auf die ich besonderes Licht werfen möchte, da sie sehr einfach sind aber trotzdem selten beachtet werden:
1. pi08 pi09 !!! stellt den AS vor unlösbare Probleme. Entweder er nimmt das As, dann macht die GP auf jeden Fall 2 Pikstiche mit Ladung und der AS ist mausetot. Oder er schneidet mit der Dame, dann ist er nur sofort tot wenn Pik nicht 2:2 steht. Dadurch dass er den König einsammeln darf gewinnt er erstmal 4 Augen (das ist gut aber nicht das wichtigste), vor allem ist er aber nicht abziehbar und gibt nur dann 2 Schmierstiche ab wenn er selbst mit Pik antreten muss (was er trotzdem tut ohne zu müssen, aber das ist ein anderes Kapitel).

Die zweite Sache:
7. he08 pi07 kaas Zu diesem Zeitpunkt müssten Dir, kingmaus, einige Dinge klar sein:
- Der AS hat wenig Trumpf (sonst hätte er ja nochmal gezogen), also maximal 6, eher 5 oder 4
- Der AS hat 3mal Pik (hätte er mehr hätte er Pik gespielt
- Der AS hat kein Herz
-> Der AS muss mindestens einmal Karo haben
-> Karo-As muss auf jeden Fall gehalten werden

Mein Fazit bei dem Spiel: MH hat seinen Fehler in Stich 1 gemacht (der König ist eine Alibikarte). Diesen Fehler eingerechnet ist es aber durchaus vertretbar (wenn auch nicht zwingend und konkret nicht erfolgreich) Pik nicht mehr anzufassen.

Bitte nicht falsch verstehen, das soll keine Herabsetzung oä sein: Für mich hast den entscheidenden Fehler auf jeden Fall Du gemacht, kingmaus. Das muss Dich aber nicht grämen, denn Fehler macht jeder (Stich 2 ist ja schon auch sehr spannend mit der reuz-9 8)).
mr.kite
 
Beiträge: 6382
Registriert: 22. Apr 2010 14:06
Wohnort: München

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeine Überlegungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste