verloren / falsch bedient

Fragen zur ISkO

Moderator: Taronga

verloren / falsch bedient

Beitragvon AndreasHL » 23. Jun 2026 19:37

Hallo,

ich muss gestehen, dass ich hier nicht regelfest bin.

Ausgangslage: normales Farbspiel, Spieler A gewinnt. Spieler B nimmt die Karten, die noch nicht vermischt waren, und kann beweisen, dass A einmal falsch bedient hat. Dieses falsche Bedienen erfolgte gleich beim ersten Stich.

Nun gab es verschiedenen Meinungen.

1) Spieler A gewinnt, da er mindestens 61 Augen hatte.
2) Spieler A verliert wegen des falschen Bedienens
3) Spieler A gewinnt, es ist zu spät reklamiert worden

Wir haben uns dann untereinander so geeinigt, dass das Spiel wiederholt wird.

Wie seht ihr das?

Viele Grüße

Andreas
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Re: verloren / falsch bedient

Beitragvon brobelix » 24. Jun 2026 09:36

Moin,

ein korrekt gegebenes Spiel darf meines Wissens nicht wiederholt werden.

Und sonst sagt der Blick in die Skatordung:

4.2.4 Wird falsches Bedienen erst im weiteren Spielverlauf oder nach Beendigung des
Spiels festgestellt, so muss es rückwirkend vom Regelverstoß an als beendet
angesehen werden. Die Entscheidung regelt sich gemäß der zutreffenden Bestimmung
von 4.1.3 bis 4.1.5.

Da das Nichtbedienen hier ja im ersten Stich passierte, ist das wohl recht eindeutig.

Aber mal eine Frage an die Regelprofis:
Es kann ja auch sein, dass nach Spielende Nichtbedienen unzweifelhaft festgestellt wird, aber über den genauen Spielverlauf, also in welcher Reihenfolge die Stiche gefallen sind, keine Einigkeit herrscht. Und dass bei einem früher erfolgten Regelverstoß eine andere Partei gewänne.
Wer ist dann in der Beweispflicht? Allgemein müssen die GP ja dem AS ein verlorenes Spiel nachweisen. Ändert sich das bei Regelverstößen? Muss die Partei des "Sünders" nachweisen, dass sie vorher schon gewonnen hatte?
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Re: verloren / falsch bedient

Beitragvon mr.kite » 24. Jun 2026 11:11

Es kann ja auch sein, dass nach Spielende Nichtbedienen unzweifelhaft festgestellt wird, aber über den genauen Spielverlauf, also in welcher Reihenfolge die Stiche gefallen sind, keine Einigkeit herrscht. Und dass bei einem früher erfolgten Regelverstoß eine andere Partei gewänne.
Wer ist dann in der Beweispflicht? Allgemein müssen die GP ja dem AS ein verlorenes Spiel nachweisen. Ändert sich das bei Regelverstößen? Muss die Partei des "Sünders" nachweisen, dass sie vorher schon gewonnen hatte?

Regelverstöße sind IMMER sofort anzuzeigen. Wenn also beispielsweise ein Kartenverrat in Stich 5 passiert, muss der auch in Stich 5 beanstandet werden. Nichtbedienen stellt hier einen Sonderfall dar, weil ja im Moment des Regelverstoßes nicht erkennbar ist, dass es sich um einen Regelverstoß handelt. Wenn ein Spieler keinen Trumpf bedient, ist ja zunächst anzunehmen, dass er keinen hat. Das ist aber bei keinem anderen Regelverstoß so. Darum ist Nichtbedienen abweichend geregelt.
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