Wie kann man sich die gespielten Karten merken?

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Wie kann man sich die gespielten Karten merken?

Beitragvon t2203 » 15. Jul 2010 17:42

Vor allem ungeübtere Spiele tun sich schwer, die gespielten Karten zu merken. Wie machen das die Profis?

Wie weiß man, welche Karten schon gespielt, welche noch drin sind und dann noch bei wem sie stehen?
t2203
 
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Beitragvon Skatfuchs » 15. Jul 2010 18:14

Hallo,

da hat wohl jeder so seine individuelle Methode.

Den Vorschlag eines Profis findest du hier:

http://www.spielkartenmerken.de/
Zuletzt geändert von Skatfuchs am 15. Jul 2010 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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wie merkt man sich was?

Beitragvon John » 15. Jul 2010 18:14

eine hochinteressante Frage. Ich denk mal, bei jedem Skatspieler funktioniert die Merktechnik etwas anders, auch die Wissensmenge ist verschieden. Ebenso dürfte wohl die Konzentrationskapazität unterschiedlich sein. Entscheidend ist also wohl die Fähigkeit, einen Plan B zu entwickeln, wenn man was vergessen hat oder auf mehr zurückgreifen muss, als man zunächst gedacht hat.

Beispiel: Ich zähle zum Beispiel mit sehr großer Treffsicherheit die Augen mit, bei eigenen Spielen die eigenen und die vom Gegner. Damit kommt man schon ziemlich weit. Trümpfe mitzählen klappt besonders beim Eigenspiel ebenso mit hoher Treffsicherheit. An einem guten Tag nun weiß ich nach dem ersten Stich

kras kr10 krda nicht nur 24, sondern eben auch 24 auf Kreuz und nach dem zweiten Stich heas he07 he08 nicht nur, dass es jetzt 35 sind, sondern eben auch 11 auf Herz, also logisch Ass, Lusche, Lusche.

Ein eidetisches Gedächtnis, das ich bei vielen Skatkameraden feststellen kann, habe ich leider nicht. Dieses Manko auszugleichen, muss halt dann das Ziel sein.

Nebenbei: Gedächtnis alleine ist auch nicht alles, wenn man der Überzeugung ist, dass man allein deswegen, weil man jede gefallene Karte weiß, immer die richtige Spielfortsetzung machen kann.

Also ein Rat zum Schluss: Erkunde die Funktionsweise deines Gehirns und baue die Techniken aus, zu denen du fähig bist und versuche nicht,
Techniken anderer zu kopieren.
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Beitragvon Gerd W. » 15. Jul 2010 18:16

Hallo t2203,

schlag doch mal nach bei Michael Lutz. :)

Gruß Gerd
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Beitragvon ThomAss » 15. Jul 2010 18:48

Ich denke auch dass da jeder sein eigenes System hat. In der Regel weiß ich meine eigenen Karten auch noch Spiele teils tage und wochen später, daher konzentriere ich mich lediglich auf die Karten der GS, die ich mir für das jeweilige spiel merke, oft kommt es nachher zu diskussionen und die exakte kartenverteilung bei den GS ist dann bei mir oft nicht mehr da, also auch die unterscheidung der 7 von der 9, die meisten sagen ja nur da kam lusche lusche.

Also wenn ich selbst heas he09 he07 habe, merke ich mir erstmal he10 heko heda he08, nach dem ersten stich werden die karten dann gedanklich weg gestrichen, es bleiben dann zum beispiel herz zehn und dame stehen. hört sich jetzt wahrscheinlich total unlogisch an... ich weiß dadurch meistens noch genau welche karten noch im spiel und in welchen stich sie vorher gefallen sind, dafür zähle ich nur ungenau mit, brauche ich aber dadurch auch nicht zwingend, da mein fotographisches gedächtnis die karten gespeichert hat und ich die stiche gedanklich noch nachzählen kann.

Ist zwar nicht das Thema aber ich halte es für wichtiger den Kartenstand genau zu kennen und die Stiche genau zu wissen als mitzuzählen, denn aus dem Wissen über den Kartenstand und der Stichfolge habe ich persönliches es geschafft ein fast optimales spiel zu entwickeln, dann wird im günstigsten fall auch die Augenzahl optimal ausfallen. wenn ich dann am tisch 1 minute die hände über den kopf zusammenschlage und mich konzentriere krieg ich den augenzahl anhand der rekonstruierten stiche auch wieder hin. so mach ich es und es klappt schon relativ gut. sowas beherrschen die wenigstens skatspieler überhaupt perfekt, der körperliche zustand und die konzentrationsfähigkeit (kein alkohol, keine zigaretten, ausgeruht sein, gesunder schlaf, grundsätzliche psychische ausgeglichenheit) spielen dabei auch ne große rolle, daher wird nie jemand das immer beherrschen können. Das geht nur übers Gedächtnistraining, logische Puzzles wie Sudoko und so ein kram sind dem z.b. zuträglich. Aber grundsätzlich und allgemein gibt es keine Formel das muss jeder selbst für sich nach seinen möglichkeiten machen.

MFG


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Beitragvon First » 16. Jul 2010 09:44

Und das Abschalten sollte man nicht vergessen, das Gedächtnis schont man auch, wenn man sich auf die engen Spiele konzentriert.
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Beitragvon louis » 16. Jul 2010 09:50

ThomAss hat geschrieben:...kein alkohol, keine zigaretten, ausgeruht sein, gesunder schlaf, grundsätzliche psychische ausgeglichenheit...


:shock: Ich wusste schon immer, dass aus mir nie was wird :wink:
Grüße Louis
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Beitragvon marvin » 18. Jul 2010 12:45

First hat geschrieben:Und das Abschalten sollte man nicht vergessen, das Gedächtnis schont man auch, wenn man sich auf die engen Spiele konzentriert.


Das ist ganz wichtig! Deshalb kiebitze ich in der Regel nicht und nutze die Pause am Vierertisch nach dem Kartengeben einfach zu relaxen.
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Beitragvon todo » 18. Jul 2010 14:15

Die Kartengeber-Pause ist zu kurz. Eine Entspannung dürfte minimal sein, marvin. Außerdem entgehen Dir wichtige Informationen, wenn Du das Kiebitzen beim Nebenmann unterläßt.

Ich finde, die Serienpause eignet sich besser zur Entspannung.
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Beitragvon marvin » 18. Jul 2010 15:55

Nun, das dürfte wohl auch von Spieler zu Spieler verschieden sein. Mir hilft es nun mal, wenn ich ein oder zwei Minuten lang nicht versuche, mir Karten zu merken oder Augen zu zählen, um dann wieder drei Spiele lang konzentriert zu sein.

Klar kann man beim Verfolgen der Spielweise des Nebenmanns interessante Einblicke gewinnen, die einem beim folgenden Spiel weiterhelfen könnte. Aber darauf verzichte ich gerne, weil ich weiß: Wenn ich kiebitzen würde, dann stellen sich nach einer halben Serie Flüchtigkeitsfehler ein, weil ich einfach unkonzentriert werde. Plötzlich vergesse ich eine Trumpfkarte, die noch unterwegs ist, oder verzähle mich bei den Augen...
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Beitragvon Kantholz » 24. Jul 2010 20:24

ich zähle Augen nur bei Bedarf, manchmal erst nach dem 8. oder neunten Stich.

Trümpfe zähle ich generell nicht, sondern verwende hiefür eine Art Schablone.

Das aber mache ich immer und gründlich.
Im Gegenspiel wird versucht, die mögliche Verteilung zu erahnen. Habe ich zB 3 Trümpfe gehe ich zunächst von 2 beim MS aus.

Aus der Art und Weise der Bedienung (zögert der MS kurz,ehe er den 2. Trumpf legt) wird die Schablone ständig aktualisiert und die Restfarbkarten des AS festgelegt.

Dies mit der eigenen Karte abgeglichen sowie der Spielweise des MS, lässt dies wiederum Rückschlüsse auf die Restfarbkarten des AS zu.

Ich zähle also nicht 4 Trumpf sind gefallen, sondern der MS hat noch einen, ich noch 2, der AS noch 4 (weil er einmal gestochen hat )

Besonders wichtig (weil strategisch) bei 4/1 Verteilung

Hier geht es um den Punkt des Trumpfgleichstandes zum AS.
Dieser ist wichtig und muss gut vorbereitet- möglichst das der AS es nicht merkt- werden.

Grüße, Kantholz
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Beitragvon Kantholz » 25. Jul 2010 09:49

erst diese Vorgehensweise ermöglicht strategisch -taktisch zu spielen.
Ich glaube auch , das alle besseren Spieler das auf diese Art lösen.

Wenn wie oben beschrieben der AS einen 6 Trümpfer hat ,davon einmal gestochen , einmal gefordert, einmal auf Farbass eingespielt wurde,

so hat er nun noch 4 Trumpf und 3x Farbe ,ich noch 2 Trumpf, der MS noch einen Trumpf.

Diese Schablone zählt ,nichts Anderes !

Haben wir bereits ein Trumfvolles eingefahren und ich habe von den 2 Trümpfen noch den Alten, benötigen wir noch den Alten mit Schmierung und

- besonders wichtig-

2 optimale Farbstiche.

Es kann sein, dass bereits jetzt meinerseits- wenn vorher keine weitere Aufklarung möglich war- eine einfach besetzte 10 scharf gespielt werden muss.
Es kann auch sein, dass nur noch gewonnen werden kann, wenn ich zwischen zwei besetzten 10nen (oder Vollen) raten und die richtige erwischen muss.

Komme ich aber hier zu der Erkenntnis, dass mein MS noch

auf farbdame, 10, mit Schnitt 2x einfahren kann und ich über 2 Volle verfüge, so muss eben hier der Alte gezogen werden und anschließend der AS eingeschoben werden usw.

Das bedeutet, dass ich hier gar nicht unbedingt zählen brauche. Ich weiß, dass wir gewinnen, wenn die 2 oder 3 Stiche optimal eingefahren werden.

grüße, Kantholz
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Beitragvon Kantholz » 25. Jul 2010 11:34

das zieht sich so bis zum Finale hin.

hatten wir eine 6/3/2 Trumpfverteilung in Kreuz ,der AS als Farbe 3x Herz mit Ass und Karofrei, weiß ich ganz sicher als 3-Trumpfmann ,dass der AS zwingend noch eine Pik führt. Mein MS muss das nicht unbedingt zwingend erkennen können.

Habe ich nunnoch
pias pida kako ....

muss ich nun bei 39 Augen das pias
und bei 45 Augen kako zwingend spielen, wenn das kaas noch nicht gefallen ist(und der AS in MH sitzt).
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