EM 2021

Alles, was nicht in eine andere Area passt.

EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 1. Apr 2021 16:38

Tag! :)

Noch ein paar Wochen, dann ist es endlich soweit. Am 15.06.2021 um 21:00 Uhr geht's los! :freude:

Mbappe, Dembele, Griezmann, Coman, Giroud usw. gegen ääääh, wen eigentlich?

Das wird ein Spiel mit höchstem Unterhaltungswert! Bundestrainer Löw bereitet "Die Mannschaft" schon seit Jahren mit einem geheimen Plan auf dieses Spiel vor: Die Spieler sollen so tun, als seien sie alle nur arme Würstchen, die das Fußballspielen verlernt haben. Mit dem Spiel gegen Nordmazdonien hat er es endgültig geschafft: "Die Mannschaft" soll unterschätzt werden und deswegen zu Konterchancen kommen, dann zeigen die Fußballgiganten ihr wahres Gesicht. :bgdev: Die Franzosen werden klassisch ausgekontert, das wird ein sensationell hoher Sieg. :grinsevil:

Ich werde den bedauernswerten Franzosen die Daumen drücken, dass ihnen wenigstens der Ehrentreffer gelingt.

Auch wenn der Sieg dann doch nicht ganz so hoch ausfallen sollte, kann man Herrn Löw schon jetzt zu dieser raffinierten Vorbereitung beglückwünschen! Vielleicht lässt er sich dann doch noch von Herrn Bierhoff umstimmen und stimmt einer Vertragsverlängerung zu. :top:

Tschüß!
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Re: EM 2021

Beitragvon Skatfuchs » 1. Apr 2021 17:33

Hallo,

das Fiasko gestern gegen Nordmazedonien war dabei sogar noch geschmeichelt für unsere Mannschaft.
Denn eigentlich war das kein astreiner Elfmeter. :nein:

Aber du hast schon Recht; das könnte eine neue Taktik von Jogi sein:
Wie sagte schon der Professor in der Feuerzangenbowle, als er den Gymnasiasten die Dampfmaschine erklärte:
"Da stellen wir uns mal janz dumm"! :lol:
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Re: EM 2021

Beitragvon ThomAss » 1. Apr 2021 18:20

Skatfuchs hat geschrieben:das Fiasko gestern gegen Nordmazedonien war dabei sogar noch geschmeichelt für unsere Mannschaft.


Ich verstehe die Leistung gestern als Protest gegen den Austragungsort Katar, da es politisch und finanziell nicht möglich ist, sich einfach zurückzuziehen, regelt man es halt auf diese Weise. :lach: :lol:
Für mich die kreativste Form nicht teilnehmen zu müssen, da muss man erstmal drauf kommen. Ich find´s gut!
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Re: EM 2021

Beitragvon HelAu » 1. Apr 2021 19:13

Ich hoffe sehr daß die deutsche Mannschaft auf diesem Weg es auch schafft die WM zu boykottieren. Ich für meinen Teil werde diese WM leider eh nicht verfolgen können, denn diese Geldmacherei stinkt derart, dass ich gar nicht genügend lüften kann um den Geruch der beim Zuschauen enteht wieder loszuwerden.
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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 1. Apr 2021 20:32

"Der SPD-Sportpolitiker Mahmut Özdemir fordert eine Abkehr von Geld- und Prämienzahlungen für die deutschen Fußball-Nationalspieler. „Der Lohn oder die Prämie des Spielers ist es, den Adler auf der Brust tragen und für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte er. „Das ist neben einem Länderspielsieg Bezahlung und Ehre genug.“"

Quelle: https://www.welt.de/sport/fussball/article229116915/Oezdemir-Lohn-ist-der-Adler-auf-der-Brust-Das-ist-Bezahlung-genug.html

Wäre es rassistisch oder fremdenfeindlich, wenn ich unterstellen würde, dass diese Einstellung zumindest teilweise auf seinem kulturellen Umfeld oder seiner entsprechenden Erziehung beruht? Oder ist er nach aktueller Definition womöglich selber rassistisch und fremdenfeindlich? Ich weiß das wirklich nicht, in dem Bereich blicke ich nicht mehr so ganz durch. :gruebel: Typisch deutsch ist das jedenfalls nicht (mehr).
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Re: EM 2021

Beitragvon mr.kite » 1. Apr 2021 20:59

Es ist doch schön, wenn ein SPDler auch mal wieder etwas herzerwärmendes sagt :yau:

Und ja, das kulturelle Umfeld dieses Herren (Duisburg - ich bitte Dich) ist schon sehr bedenklich.
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Re: EM 2021

Beitragvon Nosu » 1. Apr 2021 21:58

grunzquiek hat geschrieben:Wäre es rassistisch [...], wenn ich unterstellen würde, dass diese Einstellung zumindest teilweise auf seinem kulturellen Umfeld oder seiner entsprechenden Erziehung beruht?

Ja, natürlich wäre es das. Wie soll man es sonst nennen, wenn allein aus dem Namen einer Person auf dessen "kulturelles Umfeld" geschlossen wird? Oder liegen dazu oder zur "Erziehung" von Herrn Özdemir genauere Kenntnisse vor?
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 1. Apr 2021 22:10

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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 1. Apr 2021 23:14

Nosu hat geschrieben:
grunzquiek hat geschrieben:Wäre es rassistisch [...], wenn ich unterstellen würde, dass diese Einstellung zumindest teilweise auf seinem kulturellen Umfeld oder seiner entsprechenden Erziehung beruht?

Ja, natürlich wäre es das. Wie soll man es sonst nennen, wenn allein aus dem Namen einer Person auf dessen "kulturelles Umfeld" geschlossen wird? Oder liegen dazu oder zur "Erziehung" von Herrn Özdemir genauere Kenntnisse vor?


Ich habe jetzt mal bei Wikipedia nachgeschaut:

Bei den 5 Rassismusdefinitionen, die Wikipedia kennt, wird nur von Herrn Terkessidis gesagt, dass Rassismus keiner Abwertung bedürfe:

"Terkessidis weist auch darauf hin, dass der Aspekt der „Abwertung“ nicht immer vorhanden sein muss, sondern die Trennung zwischen „Uns“ und „Ihnen“ entlang letztlich beliebiger Eigenschaften selbst schon rassistischen Charakter haben kann. Insofern begreift er Rassismus als einen Apparat, in dem sich diskriminatorische Praxis und Wissensbestände ständig stützen."
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Gegenstand_und_Definition

Bei dem, was ich geschrieben habe fehlt für diese Definition aber die diskriminiatorische Praxis, weil da eben keine Diskriminierung dabei ist. Da hat Wikipedia entweder Aktualisierungsbedarf zur neudeutschen Definition, oder es ist nicht rassistisch. Dass ich bei jemandem, bei dem ich ein türkisch geprägtes Umfeld oder eine entsprechende Erziehung vermute, eine Neigung zum Patriotismus vermute, ist zumindest in meinen Augen weder abwertend noch diskriminierend.

Wie gesagt bzw. geschrieben, bin ich nicht so ganz auf dem Laufenden, was jetzt hierzulande alles rassistisch sein soll. Statt irgendwelcher Privatdefinitionen wäre es schön, wenn mal jemand, dessen Kompetenz weitgehend anerkannt wird, oder eine allgemein anerkannte Organisation eine für das aktuelle Deutschland gültige Definition erstellen würden, damit Wikipedia auch auf den aktuellen Stand käme.
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Re: EM 2021

Beitragvon Nosu » 2. Apr 2021 11:03

Hallo Grunzquiek,

ich habe in meinem Zitat schon "fremdenfeindlich" weggelassen, weil ich die Äusserung nicht als als feindlich oder abwertend empfunden habe.
"Rassismus" ist nicht einheilich definiert, einverstanden. Aber der kleinste gemeinsame Nenner der Definitionen ist, dass man einer Gruppe (gleicher Hautfarbe, gleicher "Rasse", gleicher Religion) bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Man könnte vielleicht auch von einem Vorurteil, beruhend auf der -vermeintlichen- Zugehörigkeit zu einer Gruppe, sprechen. Das liegt meiner Meinung nach schon vor, wenn man aus dem Namen einer Person auf dessen Erziehung schliesst.
Von Herrn Özdemir weiss ich erstmal gar nichts, ausser dass er SPD-Politiker aus Duisburg ist.

Ich schlage folgendes Gedankenexperiment vor: was würden wir über den gleichen Artikel denken, wenn dort stünde:
"Der SPD-Sportpolitiker Michael Schmidt fordert eine Abkehr von Geld- und Prämienzahlungen für die deutschen Fußball-Nationalspieler. „Der Lohn oder die Prämie des Spielers ist es, den Adler auf der Brust tragen und für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte er."
Oder wie wäre es damit:
"Der SPD-Sportpolitiker Shlomo Rosenkrantz fordert eine Abkehr von Geld- und Prämienzahlungen für die deutschen Fußball-Nationalspieler. „Der Lohn oder die Prämie des Spielers ist es, den Adler auf der Brust tragen und für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte er."

Woher kommen diese Bilder im Kopf, die so unterschiedlich sind, je nach Namen dieses Politikers??

Ich denke schon, dass es das ist, was viele Betroffene als "Alltags-Rassismus" empfinden: Du siehst so oder so aus, Du hast diesen oder jenen Namen, dann musst Du also so oder so sein...!
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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 2. Apr 2021 13:31

Tag Nosu! :)

Zwischen "Rassismus" und "Vorurteil" gibt es einen ganz wesentlichen Unterschied: "Rassismus" wird normalerweise als eindeutig negative Einstellung oder Handlung verstanden, bei einem "Vorurteil" ist das zumindest nicht eindeutig. Mir ist klar, dass es viele Leute negativ sehen, wenn jemand zugibt, sich von Vorurteilen leiten zu lassen, aber ich sehe das anders.

Wenn ich auf einer Speisekarte "Ente" sehe, dann habe ich das Vorurteil, dass das gut schmecken wird, noch bevor ich die Ente überhaupt persönlich kennengelernt habe. Vorurteile sind seit jeher überlebensnotwendig: Wenn der steinzeitliche Jäger und Sammler nicht Vorurteile gegenüber gewissen Pflanzen gehabt hätte. dann hätte er sich vergiftet.

Ins Negative werden Vorurteile meistens gezogen, wenn es um Menschen geht, das wird dann von manchen Leuten gerne als schwache Form des Rassismus' gesehen. Das ist es aber nach meiner Auffassung nicht, weil dabei eben die Abwertung der Person fehlt.

Natürlich gibt es für negative Vorurteile jede Menge Beispiele, aber es ist nicht eindeutig, weil es -im Gegensatz zum Rassismus- auch andersrum geht: Wenn ich unterstelle, dass ein x-beliebiger Japaner, den ich irgendwo sehe, intelligenter ist als die meisten Deutschen und irgendeine lustige Kampfsportart beherrscht, dann ist das nicht abwertend, sondern ein positives Vorurteil über seine Fähigkeiten. Wenn ich im Fernsehen einen Menschen mit extrem starker Pigmentierung im Urwald sehe, und bei ihm vermute, dass er über weniger messbare Intelligenz verfügt als ein durchschnittlicher Deutscher, dann ist das ein negatives Vorurteil, das aber nur gegenüber einer bei ihm vermuteten Eigenschaft abwertend ist, nicht abwertend gegenüber seiner Persönlichkeit, weil ich den Wert einer Persönlichkeit nicht nach ihrer Intelligenz beurteile, sondern, wenn überhaupt, nach ihrem Sozialverhalten. Ich glaube nicht, dass man das als Rassismus bezeichnen kann.

(P.S. das habe ich nachträglich eingefügt, um zu verdeutlichen, was ich meine, weil es vielleicht Leute gibt, die Intelligenz für einen Maßstab für den Wert einer Persönlichkeit halten: Wenn ich im Fernsehen einen Menschen mit extrem starker Pigmentierung und einem Speer im Urwald sehe, dann vermute ich, dass er nicht so gut autofahren kann wie ich. Ich vermute dann aber auch, dass er mit einem Speer besser umgehen kann als ich. Ich glaube nicht, dass man das als Rassismus bezeichnen kann.)

"Der SPD-Sportpolitiker Michael Schmidt fordert eine Abkehr..." dann denke ich ungefähr: "Das passt aber garnicht zu seiner Parteizugehörigkeit"

"Der SPD-Sportpolitiker Shlomo Rosenkrantz fordert eine Abkehr..." -> "Ich dachte, bei den Juden gäbe es seit dem 3. Reich keine deutschen Patrioten mehr, haben sie dem nichts über den Holocaust beigebracht?"

Auch in dem Fall mit dem Herrn, dem ich unterstelle, jüdischen Glaubens zu sein, ist das keine Abwertung seiner Person, sondern eine wertfreie Meinung zu typischen Eigenschaften, in dem Fall Denkweisen, von Juden. Generell zu leugnen dass für bestimmte Personengruppen manche Verhaltens- und Denkweisen typisch sind, also besonders oft auftreten, halte ich für eine ideologische Verirrung. Obwohl es ein Vorurteil ist, bin ich der festen Überzeugung, dass sich Frauen öfter schminken als Männer.

Tschüß!
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 3. Apr 2021 12:05

Rassismus beschreibt das Denken in Stereotypen der erwiesenermaßen schwachsinnigen Rassetheorie – also der Zuschreibung körperlicher oder geistiger Fähigkeiten eines Individuums allein aufgrund einer rassischen Kategorisierung.

Wer Marie Curie für eine geborene Französin hält, begeht ein Trugschluß. Wer unbeleckt glaubt, eine Polin heirate einen Franzosen aus materiellen Interessen, vorverurteilt. Wer überrascht ist, daß eine gebürtige Polin zu bahnbrechender Wissenschaft fähig ist, folgt rassistischen Stereotypen. Wer benachteiligt, ausgrenzt, gar ausschließt, diskriminiert. Wer dabei Rechte verwehrt oder gar verletzt, handelt strafbar.

Nicht jedes Vorurteil ist rassistisch, nicht jeder Rassismus tritt diskrimminierend zu Tage. Das Probelm ist jedoch, wie bei so vielen Übeln, die systemische Wirkmächtigkeit.

Auch beim Herkunfstbegriff sollte man schon sehr genau sein und klar vom Rassismus trennen. Eine Diskriminierung von Etienne-Gernotius von Bommerlunde zugunsten Kevin Steppenkötter dürfte klassistisch motiviert sein, wenn allein der Name bekannt ist oder der soziale Hintergrund tatsächlich dem vermuteten Stereotyp entspricht. Wenn das ökologische Saarlandschwein keine Lust hat, mit der Tönniessau zu grunzen, nur weil sie aus Ostwestfalen stammt, sind wir eher beim Tribalismus. Wer am Skattisch den Erfolg der Dame allein dem Ausschnitt zuschreibt, befördert Sexismus.

Auch Deine Bewertung der Intelligenz von Urwaldbewohnern ist doch schon rein methodisch nicht angemessen. Wenn Du ein Lebewesen aus seinem gewohnten Ökosystem einem völlig fremden aussetzt, lässt sich allenfalls die Anpassungsfähigkeit ableiten, was doch nur eine Facette der Intelligenz unter vielen bedeutet. Ich rate dringend davon ab, im Sinne Deines Gedankenexperimentes Steven Hawking, Albert Einstein, Til Schweiger und Forrest Gump dem Urwald auszusetzen und aus deren Verhalten den Grad ihrer Intelligenz zu bewerten – sowohl Dir als auch jedem Urwaldbewohner.
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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 3. Apr 2021 13:30

Leichenheinrich hat geschrieben:Rassismus beschreibt das Denken in Stereotypen der erwiesenermaßen schwachsinnigen Rassetheorie – also der Zuschreibung körperlicher oder geistiger Fähigkeiten eines Individuums allein aufgrund einer rassischen Kategorisierung.

Wer Marie Curie für eine geborene Französin hält, begeht ein Trugschluß. Wer unbeleckt glaubt, eine Polin heirate einen Franzosen aus materiellen Interessen, vorverurteilt. Wer überrascht ist, daß eine gebürtige Polin zu bahnbrechender Wissenschaft fähig ist, folgt rassistischen Stereotypen. Wer benachteiligt, ausgrenzt, gar ausschließt, diskriminiert. Wer dabei Rechte verwehrt oder gar verletzt, handelt strafbar.

Nicht jedes Vorurteil ist rassistisch, nicht jeder Rassismus tritt diskrimminierend zu Tage. Das Probelm ist jedoch, wie bei so vielen Übeln, die systemische Wirkmächtigkeit.

Auch beim Herkunfstbegriff sollte man schon sehr genau sein und klar vom Rassismus trennen.


Bis dahin ist das wohl im Wesentlichen unstrittig, zumindest ist mir nicht bekannt, dass ich etwas widersprechendes geschrieben hätte, deswegen fasse ich das jetzt mal als allgemeine Stellungnahme auf und nicht als Antwort zu meinem vorhergeheden Beitrag.

Leichenheinrich hat geschrieben:Auch Deine Bewertung der Intelligenz von Urwaldbewohnern ist doch schon rein methodisch nicht angemessen. Wenn Du ein Lebewesen aus seinem gewohnten Ökosystem einem völlig fremden aussetzt, lässt sich allenfalls die Anpassungsfähigkeit ableiten, was doch nur eine Facette der Intelligenz unter vielen bedeutet.

Ich habe absichtlich "messbare Intelligenz" geschrieben. Darunter versteht man im allgemeinen Intelligenztests, bei denen eine Person ohne die dafür erforderlichen Kenntnisse von Sprache und Mathematik schlecht aussieht. Wenn du nicht verstehst, was ich mit dem Absatz gemeint habe, dann lies bitte meine nachgeschobene Erläuterung in Klammern, vielleicht wird es dann klarer. Das Beispiel mit dem Autofahren und Speerwerfen ist wohl besser, weil schon die Benutzung des Reizwortes "Intelligenz" von der gewollten Aussage ablenkt. Das habe ich auch angefügt, weil ich weiß, dass manchen Leuten schon der Hut hochgeht, wenn sie das Wort "Intelligenz" in irgendeinem Zusammenhang mit den Unterschieden verschiedener Ethnien lesen. Manchmal vernebelt der Ärger die Sinne. :D

Leichenheinrich hat geschrieben:Wer am Skattisch den Erfolg der Dame allein dem Ausschnitt zuschreibt, befördert Sexismus.

Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, deswegen habe ich es vermieden, eine Ausschließlichkeit oder alleinige Maßgeblichkeit eines Vorurteils anzudeuten. Ein Vorurteil kann nützlich sein, weil es auf Erfahrungen mit anderen Mitgliedern der Personengruppe beruht, ist aber nicht als abschließendes Urteil zu gebrauchen, wenn es nicht durch die Erfahrung mit der bestimmten Person bestätigt wird.

Die Beispiele, die du anbringst, beruhen darauf, dass du unterstellst, dass derjenige, der Vorurteile nutzt, sich auf ihrer Grundlage schon ein abschließendes und kaum mehr revidierbares Urteil bilden würde. Das ist eine falsche Annahme. Nicht nur in Bezug auf meine Person. Fast jeder nutzt Vorurteile, auch wenn er es nicht gerne zugibt, weil das unschicklich ist, aber revidiert seine Einschätzung bei genauerer Kenntnis der Details, wenn diese nicht dem Vorurteil entsprechen.
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 3. Apr 2021 15:01

Ich bin völlig klar und unterstelle Dir nix. Tut mir leid, falls Du Dich auf den Schlips getreten fühlst.

Ich würde einem Urwaldbewohner zumindest schonmal per se taktische Fähigkeiten und soziale Kompetenz attestieren, sonst wäre er wohl schon längst verhungert oder von wem auch immer getötet worden. Bewohnern der westlichen Wohlstandswelt schlage ich dies aufgrund ihrer blossen Existenz erstmal nicht direkt zu. Die von Dir zitierte Herleitung sollte in der nichtzitierten Spiegelung die Frage stellen, wie denn ein von Stammesältesten des Urwalds entworfener Intelligenztest aussähe und ob dort überhaupt Interesse oder Notwendigkeit daran bestünde. Mir scheint, Du akzeptierst den Status der westlich geprägten Wissenschaft ultimativ – völlig biasbereinigt werden diese Beurteilungen aber kaum ablaufen.

Ja, das ist immer schwierig sich in konkreter Situation der maßgeblichen Faktoren gewahr zu werden. Meist vermischen sich diese differenzierten Kategorien. Eine schwarze Frau aus Ha-Neu wird wohl von all den genannten berichten können und wie unterschiedlich die Dosierungen doch ausfallen. Der adipöse Rollstuhlfahrer im Rentenalter weiß dazu vielleicht auch etwas beizutragen.

Ich stimme mit Dir überein, daß pauschale Brandmarkungen von Vorurteilen und Stereotypen vor allem in ihrer Empfindlichkeit problematisch sein können. Ich selbst spreche mich nicht frei von Vorurteilen oder gar Rassismus. Erst letzten Monat habe ich jemanden auf Englisch angesprochen, der in meiner Stadt völlig verloren und planlos schien. Er fragte darauf im feinsten Regionaldialekt, ob ich deutsch mit ihm sprechen könne. Entscheidend ist doch zunächst einmal die Bereitschaft, sich damit auseinander setzen zu wollen. Erst dann stellt sich ja erst die Frage, welche Rolle man überhaupt dabei einnimmt – ob man aktiv beiträgt, opportun akzeptiert, sich selbst dagegen verwehrt oder sich gar in den Kampf stürzt.
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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 3. Apr 2021 15:30

Leichenheinrich hat geschrieben:Ich würde einem Urwaldbewohner zumindest schonmal per se taktische Fähigkeiten und soziale Kompetenz attestieren, sonst wäre er wohl schon längst verhungert oder von wem auch immer getötet worden. Bewohnern der westlichen Wohlstandswelt schlage ich dies aufgrund ihrer blossen Existenz zumindest erstmal nicht direkt zu. Die von Dir zitierte Herleitung sollte in der nichtzitierten Spiegelung die Frage stellen, wie denn ein von Stammesältesten des Urwalds entworfener Intelligenztest aussähe und ob dort überhaupt Interesse oder Notwendigkeit daran bestünde. Mir scheint, Du akzeptierst den Status der westlich geprägten Wissenschaft ultimativ – völlig biasbereinigt werden diese Tests aber kaum ablaufen.


Das ist jetzt tatsächlich ein Paradebeispiel dafür, wie die Benutzung des Wortes ""Intelligenz" von der wesentlichen Aussage ablenkt

Nochmal anders:

Der Urwaldbewohner schneidet bei einem herkömmlichen Intelligenztest wahrscheinlich schlechter ab als ich. Das sollte soweit unstrittig sein.

Damit ist nichts, aber auch rein garnichts darüber ausgesagt, über welche spezifische Intelligenz er verfügt, um mit seiner Umwelt zurechtzukommen. Er kann in seiner Umwelt über geniale, übermenschlich hohe Fähigkeiten verfügen, das ändert aber überhaupt nichts daran, dass er bei einem üblichen Intelligenztest schlechter abschneiden würde.

Über den Wert des herkömmlichen Intelligenztests für ihn oder seine Stammesältesten habe ich nicht die allerkleinste Aussage getätigt. Wie kommst du dann zu der Behauptung, dass ich den Stand der westlichen Wissenschaft als ultimativ betrachten würde?

1. Gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte
2. Ich bin nicht so bescheuert, zu glauben, dass ein üblicher Intelligenztest etwas darüber aussagen würde, wie es mit der für sein Umfeld erforderlichen Intelligenz aussieht.

Das ist inhaltlich das Gleiche wie bei dem Vergleich der Fähigkeiten als Autofahrer und Speerwerfer:
Er braucht keinerlei zum Autofahren benötigte Kenntnisse, das ändert aber nichts daran, dass ich besser autofahren kann.
Ich benötige keinerlei Kenntnisse zum Speerwerfen, das ändert aber nichts daran, dass er besser Speerwerfen kann.

Vielleicht beziehst du dich darauf, dass ich sein vermutet schlechteres Abschneiden beim herkömmlichen Intelligenztest als "negatives" Vorurteil bezeichnet habe. Das könnte missverständlich sein, deswegen auch nochmal Auto/Speer:
Analog wäre es ein negatives Vorurteil dass er schlechter autofahren kann. Es wäre ein positives Vorurteil, dass er besser speerwerfen kann,
Zuletzt geändert von grunzquiek am 3. Apr 2021 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 3. Apr 2021 15:38

Du wolltest also aussagen, daß ein deutscher IQ-Test Deutsche bevorteilt? Dann habe ich mich wohl tatsächlich im Kontextdschungel verheddert. :)
Zuletzt geändert von Leichenheinrich am 3. Apr 2021 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EM 2021

Beitragvon grunzquiek » 3. Apr 2021 15:42

Ursprünglich wollte ich nichts darüber schreiben, dass ein deutscher Intelligenztest mich bevorteilt, weil ich das für selbstverständlich halte. :)
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 3. Apr 2021 22:34

Für diese Aussage hätte man genauso den harpunierenden Wikinger oder den Hurley-schwingenden Gälen und nicht zwingend den viel gescholtenen, wie auch immer pigmentierten Urwäldler benutzen können. Auch wenn ich keine Absicht vermute, sehe ich dennoch die Gefahr der Schönfärberei übler Rollenbilder.

Ich finde es auch nicht sonderlich zielführend, alles auf die Ebene der aus eigenen Erfahrungen gespeisten Vorurteile, die adaptiv so veränderlich sein wollen, zu schieben. Fakt ist doch, daß Diskriminierungen alltäglich und allerorts stattfinden. Irgendeinen Nährboden müssen diese ja haben und nur ein geringer Anteil dürfte auf Überzeugungstäter entfallen. (Und Nein, ich meine nichts davon persönlich!)

Wir kennen wohl alle selbst die ein oder anderen Vorurteile, die uns im Ausland begegnen. Mir waren sowohl die positiven als auch die negativen immer recht unangenehm und habe beides schon ganz klassisch bei der Suche nach Unterkunft und der Bewertung der fachlichen Kompetenz in Tat umgesetzt erlebt. Gleichsam wäre es doch interessant zu erfahren, ob der Japaner aus Deinem Beispiel es überhaupt so positiv findet, wenn ihm qua Herkunft eine Kampfsportaffinität zugeschlagen wird.
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Re: EM 2021

Beitragvon mr.kite » 9. Apr 2021 09:53

Leichenheinrich hat geschrieben:Für diese Aussage hätte man genauso den harpunierenden Wikinger oder den Hurley-schwingenden Gälen und nicht zwingend den viel gescholtenen, wie auch immer pigmentierten Urwäldler benutzen können. Auch wenn ich keine Absicht vermute, sehe ich dennoch die Gefahr der Schönfärberei übler Rollenbilder.
Bei dieser Aussage habe ich nun Bauchschmerzen. Warum ist die "Nutzung" einer Volksgruppe schlimmer als die einer anderen? Nur weil wir unterbewusst die einen als "ebenbürtiger" betachten wie die anderen? Was ist, wenn GQ nun eben nicht die einen Stämme gegen die anderen ausspielt sondern alle gleichrangig ansieht? Warum sollte er dann die eine Gruppe statt der anderen nehmen? Ist es nicht in sich rassistisch, wenn man die einen verwenden darf und die anderen nicht?
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 9. Apr 2021 12:03

"Genauso" zielt doch buchstäblich auf die Möglichkeit, daß jede Entität auf ein bestimmtes Klischee reduziert werden kann und diese in gefasstem Rahmen austauschbar sind. Ich frage nach der Notwendigkeit und problematisiere die Wirkung - eine Wertung lese ich dort nicht.
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Re: EM 2021

Beitragvon mr.kite » 9. Apr 2021 14:49

Du wertest die schlechte Eigenschaft der einen Gruppe gegen die von 2 anderen, Dich selbst immer ausgenommen. Wo ist da der Unterschied zu dem, was Du GQ vorwirfst?
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Re: EM 2021

Beitragvon Leichenheinrich » 9. Apr 2021 17:03

Das tue ich genau nicht! Die Beispiele sollten deren Beliebigkeit illustrierend meine These stützen, daß in grunzquieks Modell lediglich eine Gruppe der offensichtlich vom Test bevorteilten "gegen" eine andere, offensichtlich vom Test benachteiligten steht. Die exklusive Besetzung der Hauptrolle birgt die Gefahr der Begrenzung dieses Gesamtspektrums in sich. Das werfe ich niemandem vor, sondern bitte um Berücksichtigung. Ich wüsste auch nicht, wo ich mich rausnehme, habe ich doch weiter oben bereits klar Stellung bezogen. Im Übrigen bin ich abseits der persönlichen Ebene weitestgehend bei Dir.
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