Großstadtmobilität

Alles, was nicht in eine andere Area passt.

Großstadtmobilität

Beitragvon MonsieurL » 3. Sep 2020 05:22

In Großstädten spielt der öffentliche Nahverkehr für die unumgängliche Mobilität eine große Rolle. Die meist schlecht bezahlten Arbeiter müssen natürlich pünktlich zur Arbeit erscheinen, um dem Allgemeinwohl zu dienen und ihre eigene recht kärgliche Existenz zu sichern. Die Wohnung, das Essen, der Campingurlaub und vorallem das Mobilphone wollen schließlich bezahlt sein (ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass die Kosten für das Handy und das Einkommen fast immer umgekehrt proportional ausfallen? :gruebel: ).

Also brauicht es Busse, vorallem aber U- und S-Bahnen. Die gibts auch in Berlin und - man staune - ihre Bauzeit hieltt sich meines Wissens sogar in Grenzen. Allerdings gab es, als das so glanzvolle 1000-jährige Reich sich nach nur 12 Jahren in Elend auflöste, eine recht sonderbare Situation im ÖPNV. Die U- und S-Bahnen mochten sich nicht so recht in das neue, zweigeteilte Stadtbild einfügen. Sie fuhren einfach weiterhin kreuz und quer durch die Häuserschluchten, ohne sich auch nur einen Deut um den tobenden Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu scheren.

Da sie jedoch im Osten wie im Westen gebraucht wurden, mussten alsbald die recht komplizierten Besitzverhältnisse geklärt werden. Die Lösung dieses Problems war salomonisch. Die U-Bahnen wurden den westlichen Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zugesprochen, die S-Bahnen der östlichen Reichsbahn, was die trotzigen Westberliner Ureinwohner allerdings zu einem Boykott der selbigen veranlasste. Das Teilen war bei ihnen damals nicht so recht angesagt. :eek:

Doch mit der Wiedervereinigung wurde auch der ÖPNV wieder zusammengeführt. Sollte man denken zumindest. Aber nein, warum es einfach nehmen, wenn es auch kompliziert geht. :nein: Die S-Bahn war im Besitz der Reichsbahn, diese ging in der Deutschen Bahn auf, also wird auch die Berliner S-Bahn seitdem von der DB betrieben. Für uns Kunden ist das vermeintlich egal. Ein S-Bahn Fahrschein gilt auch in der U-Bahn und umgekehrt.

Dennoch gibt es signifikante Unterschiede. So sind die U-Bahnen, die übrigens auch oft überirdisch fahren, weitaus pünktlicher als die S-Bahnen, die übrigens auch oft unterirdisch fahren. Warum nur, fragte sich der Fahrgast und musste Jahrzehnte im Dunkeln tappen. Denn die Verantwortlichen hüllten sich in tiefes Schweigen. Als allerdings die Klagen immer unüberhörbarer wurden und Gerüchte über mangelnde Wartung und kaputte Züge bei der S-Bahn den tadellosen Ruf der DB zu beschädigen drohten, kam es zu einem Paradigmenwechsel bei unserem deutschesten aller deutschen Unternehmen.

Das neue Motto lautet nun: gnadenlose Transparenz (der Fußballprofi würde sagen: brutale Transparenz). :juggle: Die brutale Unpünktlichkeit ist geblieben, aber der Kunde ist stets genauestens informiert. Und das meist sogar doppelt. Denn zum einen ist es weiß auf schwarz auf der elektronischen Fahrgastinfo zu lesen und zum anderen säuselt es fast immer eine liebliche Frauenstimme durch die Lautsprecher: Die Gründe für die obligatorische Verspätung.

Es sind natürlich gravierende Gründe. Signalstörungen, Arzteinsätze und Polizeieinsätze. Wer hätte dafür kein Verständnis? Wenn ein Fahrgast an einem Herzinfarkt zu versterben droht, wartet man doch gerne 20 Minuten auf die S-Bahn. Und die vielen bösen Drogendealer und Terroristen machen eine Dauerbeschäftigung unserer ohnehin schon überlasteten Polizei natürlich unerlässlich. Und nicht zuletzt, bei den permanenten Wetterkapriolen sind Signalstörungen nun wirklich unvermeidbar. Woher soll die S-Bahn denn wissen, dass es im Winter zuweilen schneit und im Sommer öfter mal über 30 Grad warm wird? :nixweiss:

Auffallend ist nur, dass all das in der U-Bahn nur ganz selten geschieht. Die Gründe dafür liegen bei den Signalstörungen auf der Hand. Unter der Erde wird so ein Signal ganz selten von der Sonne geblendet oder vom Schneeschlag schachmatt gesetzt. Die geringer dosierten Arzteinsätze im Untergrund kann man sich auch erklären. In der überirdischen Natur ist der Mensch schließlich vielen Gefahren ausgesetzt. Er kann vom Flügelschlag eines angriffslustigen Falters getroffen werden, ein plötzlich auftauchendes Luftloch kann böse Stürze verursachen, das permanente Gegurre der zahllosen Tauben kann Tinnitus verursachen usw..

Aber bis vor kurzem war vollkommen unklar, warum in der S-Bahn ein Vielfaches an Polizeieinsätzen nötig wurde und weiterhin wird. Doch auch dieses Geheimnis ist jetzt gelüftet. Die NSA hat die Wahrheit ans Licht gebracht: Islamistisch infiltrierte Drogendealer haben der Deutschen Bahn den Dschihad erklärt. :yau: Dafür verantwortlich ist der Erdogan'sche Geheimdienst. Denn er hat den Islamisten ein internes Papier der Bahn zugespielt. In diesem wird vorgeschlagen, probeweise in der Berliner S-Bahn ein Verschleierungsverbot einzuführen, da unter der Burka nicht zu erkennen ist, ob die Dame einen ordentlichen Mundschutz trägt. :ja:

Und was lernen wir daraus? Es ist grundfalsch, immer gleich zu meckern. Die Bahn macht unter den gegebenen Umständen einen sagenhaften Job. Wie sie es schafft, trotz der vielfältigen Hindernisse immer noch eine Teil-Mobilität aufrecht zu erhalten, sollte bei uns Fahrgästen ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit hervorrufen. :respekt:
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Re: Großstadtmobilität

Beitragvon HelAu » 3. Sep 2020 08:14

Womit wir nun wieder bei der Musik gelandet sind :musik:
https://www.youtube.com/watch?v=sURgv2U6PPk
Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten
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Re: Großstadtmobilität

Beitragvon grunzquiek » 3. Sep 2020 19:01

MonsieurL hat geschrieben:Die NSA hat die Wahrheit ans Licht gebracht: Islamistisch infiltrierte Drogendealer haben der Deutschen Bahn den Dschihad erklärt. :yau: Dafür verantwortlich ist der Erdogan'sche Geheimdienst.


Gibt's jetzt hier Verschwörungstheorien umsonst? Das ist geschäftsschädigend! :motz:
"Es gibt so Tage, da wehen einen die Urfragen der Menschheit an.
Was ist der Mensch? Wo kommt er her? Und warum ist er nicht dort geblieben?"

(Matthias Beltz, Skat- und Bierforscher, Autor, Jurist, Kabarettist)
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Re: Großstadtmobilität

Beitragvon MonsieurL » 4. Sep 2020 03:41

Du wirst dich dran gewöhnen müssen. Der Markt für Verschwörungstheorien ist aktuell heiß umkämpft. Wenn du nur daran denkst, wieviel Output allein die Reichsbürger und ein gewisser B. Höcke täglich produzieren...

Aber ich habe einen kleinen Trost parat. Aus Dankbarkeit habe ich der Bahn eine Hinkelstein-Spende in Aussicht gestellt. Diese hat im Gegenzug angeboten, bei weiteren Spenden vor dem Berliner Hauptbahnhof einen Hinkelstein-Park einzurichten. Wenn all diese Hinkelsteine mit Aluhüten bestückt werden, sollte der Rubel doch bald wieder rollen.
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