von chris » 7. Nov 2025 17:59
Hier die Entscheidung des ISkG:
I. Sachverhalt:
Die Gegenspieler stehen bei 54 Augen. Der zum 8. Stich ausspielende Gegenspieler hat die zwei
höchsten Buben und eine Fremdlusche. Der Alleinspieler hat die drei restlichen Trümpfe
Trumpf-7, Karo- und Herz-Bube. Der andere Gegenspieler hatte in dem Spiel keinen Trumpf.
Nun sagt der ausspielende Gegenspieler: „Wir gewinnen immer, weil du auf meine zwei Stiche
mindestens einen Buben legen musst und es egal ist, ob mein Mitspieler noch was hat oder nicht“.
Der Alleinspieler verlangt nun seinerseits Spielgewinn, da der abkürzende Gegenspieler nicht
alle Stiche macht.
II. Entscheidung:
Der Alleinspieler hat sein Spiel verloren.
III. Gründe:
Gemäß ISkO 4.2.9 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die
geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen.
Gemäß ISkO 4.4.5 darf ein Gegenspieler nur dann offen spielen, wenn der Alleinspieler
unabhängig von der Spielführung des Alleinspielers selbst und des nicht abkürzenden
Gegenspielers keinen Stich mehr erhalten kann. (…) Das Internationale Skatgericht will zum
nächsten Skatkongress 2026 beantragen, diesen Passus der ISkO dahin zu erweitern, dass ein
Gegenspieler nur dann offen spielen darf, bzw. das Spiel abkürzen (durch das Zeigen seiner
Karten oder durch Erklärung), wenn er unabhängig von der weiteren Spielführung der anderen
beiden Spieler den Spielverlust des Alleinspielers nachweisen kann. (…)
Das Internationale
Skat-Gericht
Sitz Altenburg
Präsident
Matthias Bock